Die Sprache der Meldung

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie lange das Voloblog als Angebot noch bestehen bleibt. Deshalb fange ich einmal langsam an meinen Inhalt auf den Floyboy rüberzuschaufeln – und zwar leicht abgeändert.
Ich bin übrigens gerade dabei, mich mit den rechtlichen Hintergründen der Interviewautorisierung rumzuschlagen, um das diese Woche noch in einen Post zu gießen. Falls ihr spezielle Fragen habt, schickt sie mir doch bitte per Mail oder fragt in den Kommentaren.

Journalistisches Schreiben

Als erstes muss erst einmal geklärt werden, welche Textformen es im Journalismus eigentlich gibt. Grob kann man sie in zwei Segmente einteilen: tatsachenbetonte und meinungsbetonte Berichte.

tatsachenbetont meinungsbetont
Meldung Leitartikel
Bericht Editorial
Interview Kommentar
Porträt Glosse
Reportage Lokalspitze
Feature Kritik
Rezension (Buchkritik)
Foto
Grafik Karikatur

Natürlich kann man die tatsachenbetonten Textformen auch noch weiter unterteilen, nach informierend zum Beispiel (Meldung, Bericht) und erzählend(Reportage, Feature). Aber das würde dann ja schon fast wieder kompliziert. Deshalb geht es jetzt erst einmal ganz grob um zwei Sachen: Die Meldung und den Bericht. Und um die Fehler, die da schon gerne gemacht werden.
Eine Meldung ist in der Zeitungssprache ein Artikel, in dem meist vier Fragen beantwortet werden: Wer, was, wann und wo (oft auch warum).
Ganz grob und schon fast fahrlässig allgemein fasse ich mal zusammen:
Aus welchem Grund auch immer habt ihr vor, eine Meldung zu schreiben. Sei es als Praktikant bei der Zeitung oder als Pressemensch bei einem Verein oder einer Organisation. Bevor ihr den Stift in die Hand nehmt oder auf die Tastatur einhaut: Gedanken machen. Mach euch vorher Notizen, erstellt eine Prioritätenliste und überlegt: Wenn ich meiner Frau in der Küche zurufen würde, um was es in dem Artikel geht, was wäre das dann?
Wenn ihr dann eine grobe Struktur habt, einfach noch mit der Top-8-Liste für grandiose Meldungen verquirlen.

  1. Das Wichtigste nach vorn
  2. Kein überflüssiges Wort
  3. Kurze Sätze, Schachtelsätze verboten
    Manchmal – und das muss man ehemaligen Geisteswissenschaftlicher – zumindest zum Teil – nachsehen,  sind geschachtelte Sätze – nicht nur in Meldungen oder Berichten – doch ziemlich unüberischtlich.
  4. Keine Hauptwörterei
    Die Vermeidung von substantivierten Verben besitzt eine hohe Priorität seitens der Meldungsformulierung. Oder anders: Nominalstil versteht kein Mensch!
  5. Passiv vermeiden
    Wenn in einem Text zu oft das Passiv verwendet wurde, wird die Lebendigkeit zerstört.
  6. Immer schön konkret bleiben
    Forscher arbeiten jetzt an einem neuen Projekt. Was für Forscher? Astrophysiker oder gar Biologen? Und was ist das für ein Projekt?
  7. präzise Wortwahl
  8. Keine Fremdwörter

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