About

Ich bin Flo und Kommunikation ist das, was ich kann. Digital Publishing ist mein Zuhause, seitdem es das Netz gibt. Ich bin im Web groß geworden. Ich habe viele der wichtigen Entwicklungen im Netz nicht nur beobachtet, sondern live miterlebt und mitgestaltet. Nicht als Visionär mit Masterplan, sondern als jemand, der neugierig war, Dinge ausprobiert hat und oft einfach gemacht hat, bevor es dafür richtige Berufsbezeichnungen gab.

Internet lernen, als es noch wilder war

Meine ersten prägenden Jahre hatte ich beim Göttinger Tageblatt. Das war eine Zeit, in der Social Media noch kein Pflichtprogramm war, sondern eher eine Spielwiese. Es gab meinVZ, und Göttingen hatte irgendwann dank mir eine eigene Landingpage dort. Damals wirkte das wie eine große Sache.

Ich habe angefangen, klassischen Journalismus und neue Plattformen miteinander zu verbinden. Twitter, YouTube, Website, alles ein bisschen näher zusammenrücken lassen. Besonders viel habe ich mit Bewegtbild gemacht, zu einer Zeit, in der Videos in vielen Redaktionen noch als Experiment galten. Rückblickend war das eine Phase, in der man viel lernen konnte, weil es kaum Regeln gab. Und merkte: Wir waren vor unserer Zeit.

Hannover, Community und digitale Experimente

Danach bin ich nach Hannover zur HAZ gegangen. Dort habe ich als Community Manager gearbeitet, Foren betreut und haz.de gemanagt. Das war die Hochphase von Kommentarkultur, Nutzerbeteiligung und der großen Frage, wie Journalismus im Netz eigentlich funktionieren soll. Bezahlschranken waren da eine Idee, aber noch kein Produkt.

Ich war an Projekten beteiligt, die damals als Zukunft des Journalismus galten. Neue Plattformen, neue Formate, neue Denkweisen. Viele davon sind heute verschwunden oder vergessen. Aber genau diese Zeit war prägend, weil sie gezeigt hat, wie schnell sich digitale Ideen verändern und wie wichtig es ist, beweglich zu bleiben.

Die eigene Agentur

Irgendwann kam der Wunsch, Dinge selbst zu gestalten. Ich habe eine eigene Agentur im Bereich Digital Publishing gegründet. Dort ging es weniger um Buzzwords und mehr um Substanz. Inhalte, Strukturen, digitale Strategien, verständliche Kommunikation.

Ich habe mit Unternehmen daran gearbeitet, wie sie im Netz auftreten, wie sie ihre Inhalte strukturieren und wie digitale Kommunikation nicht nur laut, sondern sinnvoll wird. Diese Zeit hat mir viel unternehmerisches Denken beigebracht und ein gutes Gefühl dafür, wie unterschiedlich Organisationen ticken.

Der Moment mit dem öffentlichen Dienst

Dann kam eine Wendung, die ich so nicht geplant hatte. Der öffentliche Dienst hat mich eingesammelt. Erst war ich bei der Stadt Göttingen, später bei Göttingen Marketing. Dort habe ich an Webprojekten gearbeitet, an digitalen Strategien und an der Frage, wie Verwaltung und Stadtkommunikation moderner werden können, ohne ihre Bodenhaftung zu verlieren.

Besonders bei Göttingen Marketing ging es viel um Transformation. Neue Websites, neue digitale Strukturen, neue Wege, eine Stadt nach außen darzustellen. Das war eine spannende Mischung aus Gestaltung, Strategie und viel Abstimmung.

Landkreis und Verantwortung

Später bin ich in den Landkreis Göttingen gewechselt und war dort Pressesprecher. Mit eigener kleiner Abteilung, viel Verantwortung und einer Themenbreite, die man von außen oft unterschätzt. Verwaltungskommunikation ist ein eigenes Universum. Zwischen Politik, Öffentlichkeit, Krisenkommunikation und ganz normalen Alltagsgeschichten.

Das war intensiv, manchmal anstrengend, oft lehrreich. Vor allem, weil man lernt, wie Kommunikation funktioniert, wenn es wirklich darauf ankommt und nicht nur dann, wenn alles glatt läuft.

Jetzt: Sabbatical

Aktuell bin ich im Sabbatical. Ein bewusster Schritt raus aus dem Takt. Ein bisschen Abstand gewinnen, Dinge sortieren, neu denken. Zeit haben, um wieder mehr zu lesen, zu schreiben und Projekte ohne unmittelbaren Druck zu machen.

Ich mag diese Phase sehr, weil sie Raum lässt. Für Reflexion, für neue Ideen und für die Frage, wie Arbeiten sich anfühlen soll und nicht nur, wie es im Lebenslauf aussieht.

Ehrenamt und Dinge, die bleiben

Neben der Arbeit gab es für mich immer Dinge, die parallel laufen. Ehrenamt zum Beispiel. Ich engagiere mich unter anderem bei den Old Tabels 89 Göttingen und im Stellwerk Göttingen. Lokale Projekte, echte Menschen, greifbare Wirkung. Das erdet.

Schreiben, Nerdkram und Internetliebe

Abseits davon spiele ich gerne Rollenspiele mit Würfeln, denke mir Geschichten aus und schreibe seit vielen Jahren ins Netz. Mal kürzer, mal länger, mal sehr persönlich, mal eher beobachtend. Das Internet war für mich nie nur Werkzeug, sondern immer auch ein Ort zum Denken.

Ich mag Texte, die nicht perfekt sind. Projekte, die nicht komplett durchgeplant sind. Und Wege, die sich erst beim Gehen ergeben.

Vielleicht zieht sich das als roter Faden durch alles, was ich mache. Neugierig bleiben. Dinge ausprobieren. Und das Netz nicht nur als Kanal sehen, sondern als Raum.