Studie: Journalisten und Social Media

Auch wenn mir das jetzt so mancher nicht abnimmt: Ich sehe Twitter als Nutzen für den Journalismus kritisch. Dazu ist der Service viel zu wenig in der (Achtung neues Lieblingswort) Lebenswirklichkeit der Leserinnen und Leser, beziehungsweise der User, verankert. Ist ja auch klar: Das Kommunikationskonzept ist komplett neu: Wird bei Facebook noch etwas vorgegaukelt, das entfernt an die Realität erinnert, in der man ja schließlich auch Freundschaften schließt oder Dia-Abende veranstaltet, gibt es bei Twitter noch nicht einmal mehr die bidirektionale Kommunikation. Und ganz ehrlich: Sich eine Reputation zu erwerben, um Fragen beantwortet zu bekommen, oder generell: irgendwelche Reaktionen, ist harte, zeitaufwändige Arbeit - und der Nutzen nicht immer eindeutig. Oder wie es die Kriegsreporterin so schön sagt: "Die Leute, die im Netz so etwas betreiben, und eine sehr intensive Interaktion mit den Leuten haben, sind in der Regel Jungs ohne Familie. So!" Was aber nicht heißen soll, dass Journalisten nicht wissen sollten, wie die Dienste funktionieren; das ist essentiell.
Jetzt hat die dpa-Tochter news aktuell zusammen mit dem Faktenkontor 5100 Journalisten und Pressesprecher auf ihre Sicht auf das weite Feld der sozialen Netzwerke ausgefragt.

Social Media Trendmonitor (kurz)

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Den kompletten Bericht gibt es hier, und eine Zusammenfassung hier. Darin heißt es:

Journalisten arbeiten am intensivsten mit Facebook (59 Prozent), gefolgt von Youtube (48 Prozent) und Xing (42 Prozent). Twitter logiert auf Platz vier. Erstaunlich, dass laut Studie noch immer jeder sechste Journalist (17 Prozent) komplett auf die Nutzung sozialer Dienste im Arbeitsalltag verzichtet.

Dann mal ran: Aufklären, erklären, neugierig machen - und nicht so viel youtuben während der Arbeitszeit!

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