Beim besten Willen, das muss ich jetzt hier noch schnell reinhauen. Bis zur nächsten Wikigeeks-Folge kann ich das einfach nicht für mich behalten.
Es soll ja Menschen geben, sogar in meiner Facebook-Timeline, die das Glück anderer nicht nur nicht anerkennen wollen, ja, glaubt's mir oder nicht: Die finden das geradezu eklig! Verliebte, die frisch ihre rosaroten Sterne mit der Facebook-Welt teilen, bekommen von denen dann zynischen Kommentare an die Pinnwand gepostet!
Das sind dann auch übrigens genau diejenigen, die von jungem Familienglück genervt sind. Oder von Profilseiten, die die glücklichen Eltern im Namen des Babys angelegt haben. Oder es schrecklich finden, wenn – man ist ja auch so stolz – das eigene Profilfoto mit dem des Sprösslings ausgetauscht hat. Ermüded davon, den 100. Fotoklogang so präsentiert zu bekommen, als wenn's sich um verdammte Rocket Science handelt! Solche Leute gibt's, wirklich! Und für die eignet sich dann auch Unbaby.me.
Es gibt in dieser verdorbenen Welt tatsächlich einen Entwickler, der so von Babyfotos genervt war, dass er eine Chrome-Erweiterung geschrieben hat, die die süßen Fotos durch andere ersetzt. Richtig gelesen: Das Plugin scannt nach großköpfigen Sabberglatzen und tauscht sie durch Katzenbilder aus. Oder Autos. Oder Hunde. Was immer ihr euch wünscht. Standardmäßig sind aber Katzen eingestellt.
Natürlich sind erst einmal nur englische Keywords vorgegeben. Für deutsche Babyhasser heißt das: Man muss viel Arbeit reinstecken!
Man muss das Plugin installieren, und dann beginnt die Arbeit: Der Dienst funktioniert nämlich, indem er verschiedene Schlagworte ausspäht. So wie "Monate alt", "erster Schritt", etc. Dann noch die Quelle angeben, mit denen die Fotos ersetzt werden sollen. Fertig.
Dann geht's los: Profilbilder, Profilbanner, ja ganze Alben mit süß-verschrumpelten Nachwuchsbildern sollen so erkannt werden und on the fly für den Betrachter ersetzt werden.
Ich schreibe von Sollen: Das Plugin funktioniert durch die Verschlagwortung bei mir noch nicht so gut, dass es tatsächlich alle Fotos rausfiltert.
Ja, ihr könnt aufatmen, ihr jungen Eltern aus meiner Leserschaft: Auch wenn alles anders gekommen ist, als ihr es euch vielleicht in den neun Monaten Vorbereitung vorgestellt habt: Zumindest das Glück am Weltteilen eurer mit schokobeschmierten Schleckermäulchen oder den Freudenalben mit über 500 Porträts eures Lieblings beim Kacken, wird euch so also doch noch nicht ganz genommen. Wir werden euer Glück auch weiterhin sehen.
Weil eigentlich, liebe Leserinnen und Leser, weil eigentlich geteiltes Glück doch etwas sehr Schönes ist.
via techcrunch
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