Tags

#Text

Hier sammle ich laengere Texte, Artikel und klassische Blogbeitraege.

Ausgrabungen in Göttingen

Ausgrabungen in Göttingen

Klassischer Anfängerfehler, wenn man sich zu sicher wird: Ich habe zu wenig Material mit in die Redaktion gebracht und musste deshalb eins, zwei Szenen nehmen, die ich normalerweise nur ins Archiv geschubst hätte. Alles andere wäre unrund gewesen.
Ich weiß nicht, ob's nur mir so geht, aber ich habe Schwierigkeiten bei solchen Presseterminen als einzelner VJ ordentliches Material hinzubekommen. Darunter verstehe ich verschiedene Einstellungen (Wikipedia) und markante O-Töne. Während der PK's ist da einfach zu viel Gewusel, zu viele Informationen durch die beteiligten und danach alles noch einmal für die Kamera nachzustellen oft zu zeitaufwendig.
Zugegeben, das klingt jetzt alles boooooowoohweee'iger als es tatsächlich ist. Mir geht nach solchen Terminen halt immer durch den Kopf, was da möglich gewesen wäre.

Rüssel zum Nachtisch gereckt

Rüssel zum Nachtisch gereckt

Zu dem Video gibt es nicht viel zu sagen. Kinder, Tiere, tolles Wetter.
Außer vielleicht, dass es ohne Weitwinkel wahrlich nicht einfach war selbst einen einzelnen Elefantenkopf (ohne Rüssel!!) ins Bild zu bekommen.

Die Nixe Rhuma

Die Nixe Rhuma

Zufälle: Eigentlich war ich ja für den Welterzähltag unterwegs und habe mir dafür die Sage der Hexe Rhuma ausgesucht, mit Berggeistern, Riesengeschlechtern und natürlich absolutem regionalen Bezug. Die amtierende Nixe Rhuma, Katharina Böning, hat sich dann auch noch liebenswertweise bereit erklärt, die Sage vor der Kamera vorzustellen. Und auch das ist fantastisch.
Wir treffen uns also an der Rhumequelle und... just an dem Tag wurde die kleine Ruma geweiht. Das Tageblatt hat im Vorfeld darüber berichtet. Aber ich kam dabei in einen gewissen Zwiespalt: Nicht nur in England erfreuen sich Naturreligionen immer größerer Beliebtheit. Ich habe das Gefühl, dass Feng Shui (Wikipedia) in Deutschland langsam durch die Runenmagie abgesetzt wird. Man kann das mit einem Schulterzucken kommentieren - oder sich aus theologischer Sicht darüber aufregen.
Auf jeden Fall hätten die Parts, die ich als O-Ton auch mitgefilmt habe, einer einordnenden Kommentierung bedurft. Ich hatte beispielsweise auch einen Anruf der Asen, die Erklärung der Barr-Rune und anderes zeremonielles aus der nordischen Mythologie auf Tape. Ich habs nicht mit in den fertigen Film genommen. 1. weil ich nicht die Resourcen hatte und man als Tageszeitung-VJ nicht unendlich Zeit mit einem Webvideo verbringen darf und 2. weil es ganz sicherlich zu Kommentaren gegen die Familie gekommen wäre. Es gibt nämlich eine gewisse Tendenz, dass anonyme Kommentatoren auf Leute eindreschen, die sich in einer Zeitung zu Wort melden. Sei es als Zeuge in Japan oder auch bei der Love-Parade-Katastrophe in Düsseldorf Duisburg (danke Steffen; aber: ich weiß wirklich nicht wie ich's noch deutlicher machen soll, dass ICH hier blogge.). Das wollte ich der Familie ehrlich gesagt ersparen, wenn sie mir schon erlaubt, die Zeremonie zu filmen. Die Szene im Video lässt zudem ja auch anklingen, dass es sich nicht um ein christliches Ritual handelt.
Zum Ton: Ich konnte den leider bei der Sage nicht sonderlich verbessern. Aber man versteht's.
Update: Habe mal alle Hexen durch Nixen ersetzt. Denn nein, es ist nicht alles das Gleiche!

Ohne Quotenzwang in die Zukunft

Ohne Quotenzwang in die Zukunft

Ohne Quotenzwang in die Zukunft

Er hätte dort geendet, wo er begonnen hat: privat. Der Verein Schwachstrom hat sich am gestrigen Sonnabend zur Jahreshauptversammlung getroffen und zwar in den Kellerräumen von Familie Rudolph in Heringen. Dabei haben die Stammmitglieder so ernst wie nie über eine Vereinsauflösung debatiert. Das Ergebnis: Dafür hat der Computerclub eindeutig zu viel Potential.
Verrückte Mittelerde-VersionDie LAN-Szene hat sich mit dem Internet verändert. War das Netz in den 90'ern noch eine Nerd-Randerscheinung, haben erschwingliche Breitbandverbindungen dazu geführt, dass weniger auf Zocker-Events gespielt wird. Vielmehr ist das Computerspielen mehr und mehr privat geworden: Zu Hause mit Mikrofon und Sprachverbindung zu anderen Spielern vor dem eigenen Rechner oder in kleineren Zockerrunden. Die meisten Vereine, die sich Anfang des Jahrtausends gegründet haben, um Computerpartys zu organisieren, haben sich inzwischen wieder aufgelöst. Denn noch nie war es schwieriger Veranstaltungen zu organisieren, die für eine größere Spieler-Gruppe ausgelegt sind und sich dann auch noch wirtschaftlich lohnen. Denn um attraktiv zu bleiben, haben sich viele Veranstalter auf Themen-Partys spezialisiert. Dann wird in einer großen Halle beispielsweise 'World of Warcraft' gezockt. Wobei auch das Ambiente so hergerichtet ist, dass selbst J.R.R. Tolkien trotz summender Rechner und Pizza-Kartons sich so fühlen würde, als ob er in einer sonderbar verrückten Mittelerde-Version gelandet wäre. Das zu organisieren ist teuer und verspricht immer noch keine gefüllte Halle. Dann gibt es auch noch das Problem beim Phillipsthaler Verein: Nur wenige Organisatoren spielen selbst. Ein weiteres: Es gibt noch weniger Besucher auf den Vereinsveranstaltungen. Der Tenor bei der Jahreshauptversammlung war dementsprechend klar: Es muss sich etwas ändern - oder der Verein sollte sich ehrlicherweise doch besser auflösen.
Aus Routine wurde LangeweileIn den letzten drei Jahren dümpelte Schwachstrom still vor sich hin: Ein paar kleinere Partys, mit und ohne Computer, mit Besuchern, die man an einer Hand hätte abzählen können. Die Konsequenz daraus ist nur natürlich: Das Vereinsengagement ging immer weiter zurück, aus Routine wurde Langeweile. Dabei ist die Motivation der Mitglieder noch die gleiche wie im Jahr 2002 bei der Vereinsgründung: sich mit Technik auseinanderzusetzen um beispielsweise eine reibungslos-funktionierende Party auf LAN-Basis herzurichten. Dazu gehörte auch das Einrichten von Servern, Herstellen der Infrastruktur, Erstellen eines funktiorenden Intranet-Systems - allesamt Herausforderungen, mit denen sich die Mitglieder gerne und intensiv auseinandergesetzt haben. In der Vereinssatzung klingt das dann so:

"Die Hauptaugenmerke (des Vereinszweckes, Anm. d. A.) sind auf die Förderung von Computerkenntnissen unter jungen Menschen, als mitentscheidenden Faktor beim Berufsantritt und auf kommunikative Aspekte wie Computernetzwerke gerichtet. Durch regelmäßige, spezielle öffentliche Veranstaltungen versucht der Verein computerinteressierte Menschen zu einem Informationsaustausch anzuregen."

Das galt damals, das gilt auch heute noch.
Es gibt keinen QuotenzwangIm Jahr 2011 gibt es diese Herausforderungen immer noch - und dies mit Veranstaltungen zu verknüpfen, soll Ziel der 'Schwachstrom-Aganda 2011' sein. Für zukünftige Veranstaltung wurde beispielsweise der 'offene Samstag' eingerichtet: In Workshops werden dann Mitglieder kostenlos Themen gemeinsam mit und für Interessierte erarbeiten. Ob über die 3D-Grafik-Software Blender, über Gimp oder Podcasts: Auf den Vereinsveranstaltungen werden die Themen angeboten, die für die Mitglieder Relevanz besitzen, natürlich in der Hoffnung, dass sich auch andere Menschen dafür interessieren. Dieses Angebot wird kostenlos sein um dem gemmeinnützigen Anspruch des Vereins noch mehr gerecht werden zu können. Einen 'Quotenzwang' um den höchstmöglichen Cashflow zu erbringen, den gibt es nämlich nicht.
Themen-StammtischZeitnaher wird der Verein für alle Interessierte Themen-Stammtische organisieren, deren Zusammenschnitt im Anschluss als Podcast veröffentlicht werden kann. Den Anfang macht Rechtsexperte Timo Pforr mit dem höchst interessanten Thema, ob Veranstalter haftbar gemacht werden können, wenn auf LAN-Partys mit Internet strafrechtlich relevante Aktionen durch Gäste gestartet werden. Der Stammtisch startet am Montag, 4. April, um 22 Uhr via Teamspeak auf ts.outi-networks.de.
Crosspost: Originalveröffentlichung hier

Zwischen Useranspruch und Orgaspaß

Zwischen Useranspruch und Orgaspaß

Zwischen Useranspruch und Orgaspaß

Dies ist Transkript meiner Rede zum Rechenschaftsbericht für die Jahreshauptversammlung des Vereins Schwachstrom

Liebe Vorstandskollegen, verehrte Mitglieder,
ich freue mich, dass sich der Verein wieder ein Jahr weit unter der Wahrnehmungsschwelle dahingeschleppt hat und ich nun in dieser Funktion ein Resümee ziehen darf. Ich freue mich von Herzen. Wir haben im letzten Jahr wohlgemerkt ein paar spaßige Aktionen auf die Beine gestellt, ansonsten hat er aber geschlafen, unser lieber SeV.
Ich persönlich kann mit so etwas nicht gut Leben. Ich engagiere mich gerne und bringe noch viel lieber - ob gefragt oder ungefragt - meine eigene Meinung mit ein. Bei Schwachstrom und meinem Schwachstrom-Engagement erwische ich mich immer öfter bei der Frage: Warum? Wir haben - und das ist das Kernproblem seit Bestehen des Vereins - keine Kontinuität, keine Philosophie und schon längst keine Inspiration mehr. Kontinuität, Philosophie, Inspiration. Dieses überbordende Vereinskonstrukt ist für uns viel zu groß geworden. Das, was wir machen, dafür brauchen wir schon lange kein e.V. mehr im Titel.
Ich komme aber erst einmal zu den Teilaspekten der Kritik:. Mit ‘keine Kontinuität’ fasse ich zusammen, dass wir schnell Entscheidungen treffen ohne ein Konzept zu haben.
Es wäre doch fantastisch für die Mitglieder, für den Vorstand, wenn jetzt schon klar wäre, schon bevor wir den Punkt ‘Sonstiges’ anreißen, dass es auf jeden Fall eine Sommerparty gibt.
Dass wir auf jeden Fall eine Weihnachtsparty organisieren.
Dass der Verein auf jeden Fall wieder auf den nächsten Chaos-Communication-Congress fährt und dabei vielleicht sogar die Mitglieder unterstützt.
Und dass wir eine Party organisieren, die den jetzigen wirtschaftlichen Gepflogenheiten entspricht.
Es wäre schön, wenn der Stammtisch mit irgendetwas Punkten würde, um Anreize zu schaffen, sich regelmäßig den Abend frei zu halten. Und nicht einfach nur existiert der Existenz wegen. Und gerade diese Treffen sind wichtig für unseren Zusammenhalt und sollten deshalb auch so behandelt werden.
Wir, und das betrifft den Vorstand insbesondere, haben das im letzten Jahr nicht geschafft. Wir haben sogar davon geschwärmt, wie fantastisch das doch ist, die JHV mit einer LAN-Party zu koppeln. Aber die zu organisieren, auch dafür haben wir zu lange geschlafen. Kontinuität ist das nicht.
Daran müssen wir arbeiten.
Was meine ich mit Philosophie? Klar, wir sind ein Spaßverein. Dafür haben wir aber im letzten Vereinsjahr viel zu wenig Spaß gehabt.
Die technische und somit auch die soziale Entwicklung hat sich in der Zeit seit Vereinsgründung grundlegend gewandelt. Wir wollten damals Plattformen bieten, um sich auszutauschen zu können, über Kommunikationstechnik und so. Und jetzt wäre das so einfach und so spannend wie nie. Aber wir sind auch da eingeschlafen, haben keine technische Weiterentwicklung mitgemacht, betreiben vielmehr eine Seite, für die man sich schämen muss.
Um funktionierende LAN-Partys zu organisieren, gehört inzwischen viel mehr dazu als einen Newsartikel für die Seite zu schalten, die LAN-Module scharf zu stellen und einen Newsletter rauszuhauen. Die Besucherzahlen der letzten Partys von uns geben mir da eindeutig recht.
Auch daran müssen wir arbeiten.
Kommen wir zum letzten Punkt meiner kleinen Kritik: Der Inspiration. Was wollen wir mit den LAN-Partys eigentlich bezwecken? Welchen Sinn hat das? Und wenn wir da schon kein tragfähiges Konzept vorweisen können, woher sollen das dann unsere Besucher wissen? Auch die Spieleszene hat sich in den letzten Jahren pluralistisch aufgesplittet. PC und Konsole, beispielsweise, sind die beiden großen Bewegungen. Dann teilt sich das aber noch weiter auf, in kleinere Communities mit Fun-Anspruch. Warum findet da keine Kommunikation statt? Oder gar mit anderen Vereinen, die bestimmt genau die selben Probleme haben wie wir?
Auch hierran müssen wir arbeiten. Denn um nur unser Ding machen zu wollen, mit kalter Routine und ohne Inspiration, auch dafür brauchen wir keinen Verein - und keine Besucher.
Aber dafür, den Verein einfach aufzulösen, dafür ist er mir dann immer noch etwas zu wichtig.
Deshalb möchte ich nun eine Schwachstrom-Agenda für 2011 vorstellen und sie im Punkt ‘Sonstiges’ zur Diskussion und Abstimmung freigeben. Falls die Mitgliederversammlung dafür votiert sie im aktuellen Vereinsjahr umzusetzen, beantrage ich hiermit fristgerecht einen eigenen Tagesordnungspunkt für die Jahreshauptversammlung 2012, um dort die Ergebnisse der Agenda vorzustellen.
Die Agenda ist zeitaufwendig und bedarf Engagements. Aber diese beiden Punkte waren uns auch schon klar, als wir den Verein gegründet haben. Das ist halt der Haken am ‘Ehrenamt’. Ob sie funktioniert, so oder in einer angepassten Form, gibt mir dann gleichzeitig auch die eindeutige Gewissheit, ob der Verein noch eine Existenzgrundlage besitzt, oder wir ihn zur nächsten Versammlung doch besser auflösen sollten. Noch einmal kurz zur Organisation: Ich stelle mir das so vor, dass die einzelnen Verantwortlichen ihre Teilergebnisse zur Diskussion in unseren Stammtischtreffen vortragen.

  1. Wer sind unsere User?
  2. Wie erreichen wir unsere User?

Wer unsere User sind oder potentiell sein könnten, ist der Kernaspekt für eine funktionierende LAN-Party. Was wird momentan gespielt? Welche Spielebewegungen gibt es überhaupt? Was haben andere Orga-Teams für Erfahrungen? Welche davon können wir auch für den SeV übernehmen? Das Hauptaugenmerk der Analyse sollte darauf liegen, wie wir das Profil unserer Partys schärfen können um eine ausgewogene Schnittmenge zwischen Useranspruch und Orgaspaß gewährleisten zu können.
Der zweite Punkt betrifft die Kommunikation. Wenn ich gefragt werde, verblüfft gefragt werde, ob es uns wirklich noch gibt, machen wir eindeutig etwas falsch. Wir müssen uns klar werden, wie transparent wir sein wollen und welche Kommunikationsformen es gibt, um unsere potentielle User zu erreichen. Und das natürlich mit dem Arbeitsaufwand abgleichen. Was erwarten User überhaupt von einem modernen Orga-Team? Und wie stellen die sich die Kommunikation vor? Auf dieser Grundlage soll dann ein neues Seitenkonzept erarbeitet werden, natürlich wieder mit der ausgewogenen Schnittmenge zwischen Useranspruch und Orgaspaß.
Schon alleine diese beiden Punkte einzugrenzen ist zeit- und diskussionaufwendig. Und erst dann können wir beginnen, sie mit Ergebnissen zu füllen.
Aber für mich stellt sich die Situation momentan so dar, dass wir entweder grundlegend versuchen uns zu professionalisieren, oder den Verein einstellen und uns in ein paar Jahren an die schöne Zeit zurückerinnern.