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Hier sammle ich laengere Texte, Artikel und klassische Blogbeitraege.

KI-Bilder und Makrelengebäck

KI-Bilder und Makrelengebäck

Ich bin gerade etwas verwirrt. Also auf moralische Weise, auf ethische. Nicht so wie sonst. Denn ich weiß überhaupt nicht, ob ich das darf, obwohl es mir gefällt. Aber von vorne.

Vor zwei Wochen war ich auf Norderney. Das war in mehrfacher Hinsicht fantastisch, denn das war das Ziel der diesjährigen Harzreise vom Round Table 89 Göttingen.

Das Konzept ist so einfach wie bestechend: Einmal im Jahr organisiert jemand eine Fahrt, meines Wissens ging es bisher nur einmal wirklich in den Harz, und niemand sonst weiß, wo es hingeht. Dieses Jahr: einen Tag Oldenburg. Einen Tag Norderney. Und dann wieder zurück.

Weshalb das für mich doppelt fantastisch war? Weil ich gerade Walter Moers lese und seine Insel der Tausend Leuchttürme, goone. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das niemand so beschreiben würde, obwohl ich wirklich sagen muss, dass ich das Buch so toll finde, dass ich es so lange herauszögere fertig zu lesen, wie möglich. Ich habe es in Kur angefangen und wusste nicht, worum es geht. Außer, dass es in Zamonien spielt. Und tatsächlich handelt es sich um eine Satire auf die Kurorte: die Menschen, die dort sind, die Ärzte, die spezielle Kur-Industrie, die sich darum bildet. Großartig! Und bevor ihr nicht fragt: Nein, normalerweise weiß ich, was ich lese. Aber da hat es mir wirklich gereicht zu wissen, dass es ein weiterer Zamonien-Roman ist.

Und die Insel, auf der es spielt, ist keine andere als Eydernorn. Eydernorn, ihr versteht? Ein Moers-Anagramm. Genauso wie Ojahnn Golgo von Fontheweg oder einer der Lieblinge meiner Frau, Zank Frakfa. Und ehrlich gesagt liegt Woski Ejstod noch ungelesen auf meinem Pile of Shame. Auf jeden Fall strotzt das Buch nur so vor Fabulierlust und meistens trifft es genau das, was mir Spaß macht. Zum Beispiel die Geschichte, warum auf Eydernorn in Cafés oft noch Makrelen serviert werden. Großartig!

Als vor hunderten von Jahren der Inselkönig Indoltepp Aan der Große (er soll auffällig kleinwüchsig gewesen sein) einmal über seine Insel wandelte, traf er ein paar hungernde Untertanen, die ihn um Brot anbettelten. Das war Indoltepp so peinlich und unangenehm, dass er Folgendes verfügte: Fortan soll jeder, der sich auf der Insel Eydernorn befinde, sei es Einwohner oder Besucher, kostenlos und an jedem Tag eine geräucherte Makrele erhalten - auf dass niemand in seinem Reich jemals mehr Hunger leiden müsse, basta!

Und da das ein wenig aus der Zeit gefallen ist, man aber noch Angst hatte, dass wegen Missachtung des Makrelengesetzes Indoltepp, ansonsten ein größenwahnsinniger Tyrann, zürnt, hat sich die Gastro was einfallen lassen:

Daher sind mit der Zeit etliche Lokale dazu übergegangen, die kostenlosen Makrelenportionen zu reduzieren. Und nur noch kleine Makrelenhäppchen, Makrelengebäck oder lediglich symbolische Makrelen aus Papier zu kredenzen, die man als Serviette benutzen kann. Aber ganz ohne Makrele läuft es nirgendwo!

Ich finde die Vorstellung so witzig, wie Moers in einem Café sitzt, sich über die kleinen Plätzchen lustig macht, die es zum Kaffee gibt, und diese Geschichte dazu erfindet.

Und jetzt war ich unerwartet auf dieser Insel. Ich freute mich über mögliche Eigenheiten, wollte mir ganz genau anschauen, wie und ob Moers das Norderneyer Marketing verballhornt, und wollte natürlich einen Leuchtturm sehen.

Wie es so kommen musste, ist dies nicht wirklich geschehen, da die Zeit eher in geschlossenen Räumen mit Zapfanlage stattgefunden hat. Ein Strandspaziergänger hatte es dann auch am Tag unserer Abreise so schön auf den Punkt gebracht: Es ist sehr bedauerlich, dass wir nichts von der Insel gesehen haben, aber verständlich.

Vor unserem Hotel stand jedenfalls das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das, wie ich gerade gelernt habe, auch Klamottendenkmal genannt wird, weil ja Klamotte auch „größerer Stein, Gesteinsbrocken“ heißen kann.

Jedenfalls hätte ich gerne hier dann ein paar Bilder hochgeladen, die ich schon so vor Augen hatte, als ich das ursprüngliche Foto gemacht habe.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal mit Möwe im Stil von Walter Moers.
Das Klamottendenkmal auf Norderney, nach Walter Moers. Die Geimeinde hat im Jahr 1938 die Kaiserbüste durch eine Möwe ersetzt. Foto wurde mit KI bearbeitet.

Ja, es wirkt ähnlich wie Zeichnungen von Moers. Ja, der Künstler bekommt keine Kohle, wenn ich es hier veröffentliche. Und ja, mir ist bewusst, wie viel Energie und Wasser für die Erstellung dieses Gags draufgegangen ist.

Aber es trifft die Stimmung mehr, die ich hatte, als ich durch die Gassen der Insel schlenderte oder nachts vor meinem inneren Auge schon diese Zeichnung gesehen habe:

Blick auf den Strand bei Nacht. Im Vordergrund ist eine Laterne und eine Bank. Nach Walter Moers.
Zumindest einen Strandspaziergang haben wir bei unserem Kurzbesuch geschafft und dabei sogar Karnickel gesehen (nicht auf dem Bild). Foto wurde mit KI bearbeitet.

Ich könnte mir jetzt Zeichnen beibringen, klar. Ich könnte mich hinsetzen und versuchen, etwas im Stil von Moers zu kreieren. Aber wir wissen ja: Das passiert nicht. Und statt seine Gedanken dann hier auf dem Blog ein bisschen laufen zu lassen, würde ich wahrscheinlich einfach was anderes machen.

Und ich frage mich wirklich: Darf ich das hier nutzen?

Wobei „Darf ich das?“ natürlich auch schon wieder eine ziemlich bequeme Frage ist. Denn sie klingt nach Moral, meint aber oft: Kann mir bitte jemand eine argumentativ stabile Brücke bauen, über die ich trockenen Fußes zu dem Ergebnis komme, das ich sowieso gern hätte?

Jedenfalls tendiere ich dazu, zu sagen: Ja, schon. Es muss irgendwie klar sein, dass es KI-generiert ist. Es muss eine eigene Idee darin stecken, etwas Eigenes, ein Grund, warum dieses Bild mehr ist als nur: „Mach mal hübsch.“

Denn was macht den nervigen AI-Slop aus? Unkreative, einfach erstellte, professionell in die Kamera lächelnde und auf Produkte zeigende Menschen. Aber das hat mich auch schon früher aufgeregt, wenn Kundinnen und Kunden trotz besseren Wissens die lächelnde Frau mit Headset vor Tastatur als Foto für den Support-Bereich ihrer Webseite genutzt haben. Das ist eine der rätselhaftesten Figuren der späten Dienstleistungsgesellschaft. Sie lächelt seit ungefähr 1998 in Support-Bereiche hinein, ohne je ein Ticket gelöst zu haben. Neben ihr steht manchmal ein Mann mit Klemmbrett, der auf etwas zeigt, das außerhalb des Bildes liegt. Beide zusammen haben vermutlich mehr Webseiten verschandelt als jede generative KI bisher.

Man nutzte Stock-Fotos, die es, wenn man suchte, ebenso kostenlos, manchmal auch in CC0-Lizenz, an vielen Ecken im Netz zum Angebot gab und gibt. Haben die das Netz oder die Nutzererfahrung besser gemacht? Ich glaube nicht. Haben sie jemandem geschadet? Meistens auch nicht. Konnte man an den Fotos mit Models definitiv festmachen, dass man sie mit gutem Gewissen verwenden konnte? Ganz einfach: nein.

Aber der große Aufschrei blieb da immer aus. Häme gab es, Kritik an der uninspirierten Auswahl, klar. Aber das Spielchen, wie ich es so mitbekommen habe, jemanden mit dem Äquivivlent von #aislop zu taggen, wenn jemand ein uninspiriertes Stock-Foto benutzt hat, um etwas zu kreieren, das gab es und gibt es, soweit ich weiß, nicht.

Und nicht vergessen: Ich rede hier nicht von politischer Kommunikation. Ich rede noch nicht einmal von kommerzieller Kommunikation. Ich rede davon, dass ich mir über die Maßen Gedanken mache, ob ich in meiner kleinen Butze hier ein paar KI-Fotos an die Wand hängen darf oder nicht, ohne dafür gleich kritisiert zu werden. Und dass ich mir da so sehr drüber Gedanken mache, dass ich mich fast schon selbst wieder über mich ärgere.

Wenn ich nämlich jetzt die Bilder moralisch und ethisch, vielleicht auch irgendwann juristisch, hier nicht nutzen kann, die ich aus meinen Fotos in eine Moers-ähnliche Richtung habe verwandeln lassen, darf ich dann auch das hier nicht nutzen?

Desi und ich sitzen im DeLorean aus Zurück in die Zukunft vor einem blauen Hintergrund.
Doch noch geschafft: Die Schlange war lang, und der halbe DeLorean überraschend bequem. Foto wurde mit KI bearbeitet.

Meine Frau (links) und ich (rechts) waren in der Woche nach Norderney zu zweit in Hamburg unterwegs. Wir waren zuerst in der Heinrichstraße und haben uns da die Örtlichkeiten der Rocketbeans angeschaut und sind danach mit einem Uber, den man ja, glaube ich, auch moralisch eigentlich nicht nutzen dürfte, in das Zurück in die Zukunft-Musical gefahren.

Ich muss sagen: Ich war skeptisch. Ich liebe den Film, denn er hat Klein-Flo an Science-Fiction herangebracht und hatte, glaube ich, einen ziemlich großen Einfluss auf mich. Lange Zeit habe ich zum Beispiel auch gedacht, dass es nicht nur übelst cool, sondern auch bequem ist, so zu schlafen, weshalb ich mir das unbedingt angewöhnen wollte. Und dazu ein Musical?

Ich mag Musicals. Sehr. Wenn man Musik und ein Orchester dazu nutzen kann, Emotionen noch mehr zu verstärken, dann macht das! Hab ich Bock drauf. Aber bei Marty und Doc? Ich war mir unsicher. Bis die ersten zwei Takte vom Theme vom Orchester gespielt wurden und ich mir meine Augen abwischen musste.

Tolle Inszenierung, tolle Ideen. Generell ein Tipp von meiner Seite, sich das mal anzuschauen. Spannend war auch zu sehen, wie sie, obwohl sie ziemlich stringent, mit der ein oder anderen Änderung, die Original-Handlung nacherzählten, Jan Kersjes’ Doc Brown viel mehr Impact gegeben haben und Marty dadurch eher als fremdbestimmter Charakter wirkt. Was er für mich im ersten Teil des Films definitiv nicht war. Verpeilt, ja. Falsche Entscheidungen, ja. Aber eben aus sich heraus getroffen.

Jedenfalls stand in der Lobby vom Musical ein halbdurchgeschnittener DeLorean, für Insta und so. Und wir hatten aufgrund unserer Armbändchen und der längeren Rocketbeans-Führung ein zeitliches Problem: Wir mussten insgesamt mindestens vier Aperol trinken, damit sich für uns die Getränke-Flat auch lohnte. Das Armbändchen am Handgelenk war dabei der Schlüssel zum orangenen Glück. Deshalb war für das Foto relativ wenig Zeit geblieben, ich glaube, es ist nach dem zweiten Gong entstanden.

Beleuchtung, Abstand, Posen konnten deshalb vorher nicht probiert werden. Ich habe deshalb mein Chatty angesetzt. Weißabgleich, Farben etwas knalliger machen und Perspektive so ändern, dass unsere Gesichter besser zu sehen sind; ohne etwas an den Gesichtern zu ändern.

Hätte ich das in Photoshop hinbekommen? Klar. Ich hätte dann auch noch geschaut, ob ich mit Frequenztrennung was reißen kann. Natürlich nur bei meinem Gesicht, bei meiner Frau ist da absolut keine Nachbearbeitung notwendig. Hatte ich aber keine Lust zu, weil ich viel schneller ein Ergebnis für meine Zwecke über meine generative KI bekomme.

Und keine Ahnung, ich vereinfache jetzt natürlich sehr. Aber oben die Fotos von Norderney beruhen auf meinen Fotos und wurden dann durch KI bearbeitet. Unten das Foto aus Hamburg auch. Ab wann wird es denn dann böse, KI zu nutzen, um Bilder zu bearbeiten, zu verfremden oder neu zu generieren?

Ich will gar nicht so tun, als hätte ich die große Antwort. Ich will nur nicht mehr so tun, als wäre jede KI-Nutzung automatisch Slop und jedes alte Stockfoto automatisch harmlos. Vielleicht beginnt die ehrlichere Unterscheidung nicht bei der Technik, sondern bei der Absicht: Will ich etwas ersetzen, verschleiern und billig aufblasen? Oder will ich etwas zeigen, das vorher nur in meinem Kopf war?

Und genau da lande ich dann wieder bei Norderney.

Ich habe diese Insel nicht wirklich gesehen. Jedenfalls nicht so, wie man eine Insel sieht, wenn man vernünftig ausgeschlafen, nüchtern und mit Wanderschuhen unterwegs ist. Ich habe sie eher durch Walter Moers gesehen, durch Zapfanlagen, durch ambitionierte Zeitplanung, durch ein Denkmal vor dem Hotel und durch diese innere Erwartung, dass hinter der nächsten Ecke vielleicht doch irgendwo ein Stück Eydernorn steht.

Vielleicht zeigen die KI-Bilder also nicht, wie Norderney war. Vielleicht zeigen sie, wie ich Norderney im Kopf hatte.

Und vielleicht ist genau das der Unterschied, der mir wichtig ist: Ich benutze sie nicht, um Wirklichkeit zu ersetzen. Ich benutze sie, um eine Vorstellung sichtbar zu machen. Ein Bild zu einem Gefühl, das ich ohne dieses Werkzeug wahrscheinlich nicht gezeigt hätte.

Ob das als Antwort reicht? Keine Ahnung. Vermutlich nicht für alle. Vielleicht auch nicht für mich an jedem Tag.

Aber für diesen Text, für diese kleine Butze hier, für diese Mischung aus Reise, Moers, Denkmal, schlechtem Gewissen und innerem Makrelengebäck reicht es mir erst einmal.

Das Netz war nie die Kneipe

Das Netz war nie die Kneipe

Seitdem ich Harald Welzer im Deutschen Theater Göttingen gehört habe, denke ich über dritte Orte nach.

Welzer hatte an diesem Abend unter anderem über Demokratie, Öffentlichkeit und dritte Orte gesprochen. Also über Räume, die weder Zuhause noch Arbeit sind. Orte, an denen Menschen sich begegnen können, ohne dass alles sofort einen Zweck haben muss. Kneipen, Bibliotheken, Vereinsheime, Jugendzentren, Plätze, Foyers, vielleicht auch ein Posaunenchor, selbst wenn der streng genommen schon wieder ein Ziel und Rollen hat.

Was mir daran so hängen geblieben: Diese Orte sind soziale Infrastruktur und vielleicht haben wir erst gemerkt, wie wichtig sie sind, als wir angefangen haben, sie durch etwas zu ersetzen, das so tut, als wäre es ein Ort, aber eigentlich keiner ist. Das Netz. Oder genauer: die Plattformen.

Natürlich war das Internet einmal ein Versprechen. Austausch. Nähe. Verbindung. Man konnte Menschen finden, die ähnliche Interessen hatten. Man konnte publizieren, ohne Verlag. Man konnte lernen, diskutieren, widersprechen, Freundschaften schließen. Blogs, Foren, Facebook. Für jemanden wie mich ist das Netz bis heute Spielplatz, Werkstatt, Archiv und manchmal auch Wohnzimmer.

Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich: Das Netz hat nicht einfach nur dritte Orte ergänzt. Es hat viele von ihnen ersetzt. Und dabei etwas kaputtgemacht, das wir vielleicht unterschätzt haben: Wenn jemand früher in der Kneipe am Stammtisch erzählt hätte, dass in Chips irgendwelche Kinder-Hormone stecken, hätte er wahrscheinlich Widerspruch bekommen. Vielleicht hätte jemand gelacht. Vielleicht hätte jemand gesagt: „Junge, jetzt komm mal klar.“ Vielleicht wäre es unangenehm für die Person geworden und die Person hätte sich blamiert.

Das klingt erstmal nicht besonders freundlich. Aber genau darin liegt ein sozialer Mechanismus, der gar nicht so unwichtig ist. Dritte Orte sind nicht nur Orte der Bestätigung. Sie sind auch Orte der Rückmeldung. Man trifft dort nicht nur die fünf Menschen auf der Welt, die denselben Quatsch glauben wie man selbst. Man trifft auch Leute, die einen kennen, die einen mögen, die einem aber trotzdem sagen, wenn man gerade komplett abbiegt.

Im Netz funktioniert das anders.

Wenn ich dort eine absurde Idee habe, finde ich fast immer jemanden, der sie teilt. Nicht unbedingt viele. Aber genug. Fünf Menschen irgendwo auf der Welt reichen manchmal schon. Fünf Menschen, die nicht lachen. Fünf Menschen, die sagen: „Endlich sagt es mal einer.“ Fünf Menschen, die aus einer fixen Idee ein Gefühl von Gemeinschaft machen.

Und dieses Gefühl ersetzt dann die Kneipe.

Das ist der eigentlich gefährliche Punkt: Menschen haben schon immer Unsinn gedacht. Das gehört einfach dazu. Aber digitale Plattformen haben aus fast jeder Abweichung, jeder Kränkung, jeder Wut und jeder Verschwörungsfantasie sofort einen scheinbaren sozialen Raum gebaut.

Plötzlich ist die absurde Meinung nicht mehr absurd. Sie ist
Wahrheit. Sie hat Likes. Sie hat Kommentare. Sie hat ein paar andere Profile, die dasselbe sagen. Und weil Plattformen nicht darauf ausgelegt sind, soziale Wirklichkeit zu stabilisieren, sondern Aufmerksamkeit zu maximieren, wird aus dem seltsamen Gedanken sehr schnell eine Identität.

Das ist der Unterschied zur Kneipe.

In der Kneipe sitze ich mit Menschen zusammen, die nicht alle wie ich sind. Oder zumindest nicht vollständig. Ich kenne ihre Macken, sie kennen meine. Ich kann nicht einfach wegscrollen, wenn mir jemand widerspricht. Ich kann auch nicht sofort den Raum wechseln und mir einen neuen Stammtisch suchen, an dem alle so tun, als sei mein Unsinn eine mutige Erkenntnis.

Der dritte Ort zwingt zur Reibung. Das Netz sortiert Reibung oft weg oder eskaliert sie zur Show.

Deshalb finde ich den Gedanken aus dem netzpolitik.org-Text so interessant, dass das Internet, wie wir es kennen, vielleicht tatsächlich stirbt. Dort geht es um KI-generierten Content, um Bots, um automatisierte Kommentare, um Plattformen, die immer weniger menschlich wirken. Soziale Medien waren einmal Orte, an denen man mit Freundinnen und Freunden in Kontakt bleiben wollte. Inzwischen bestehen Feeds oft aus Inhalten von Fremden, großen Accounts, KI-Müll, emotionalisierten Videos und algorithmisch sortiertem Zeug, das vor allem eines soll: Aufmerksamkeit binden.

Das ist deprimierend. Aber ist das auch schlimm? Vielleicht ist es eine Chance.

Denn wenn KI die digitalen Orte unangenehmer macht, wenn Feeds noch stärker mit maschinellem Quatsch geflutet werden, wenn Kommentare noch weniger nach Menschen klingen und Plattformen noch offensichtlicher zu seelenlosen Maschinen-Foren werden, dann könnte das auch etwas entzaubern.

Vielleicht merken wir dann, dass diese Orte nie wirklich das ersetzen konnten, was wir verloren haben.

Vielleicht merken wir, dass ein Like keine Begegnung ist. Dass ein Kommentar kein Gespräch ist. Dass eine Bubble kein Gemeinwesen ist. Dass Reichweite keine Öffentlichkeit ist. Dass Sichtbarkeit nicht dasselbe ist wie Bedeutung.

Und vielleicht merken wir auch, dass wir nicht nur bessere Plattformen brauchen, sondern wieder mehr echte Orte.

Das heißt nicht: raus aus dem Internet, alle zurück an den Stammtisch, Problem gelöst. So einfach ist es natürlich nicht. Das Netz bleibt wichtig. Gerade für Menschen, die vor Ort keine passenden Räume finden, kann es lebensrettend sein. Für Minderheiten, Nischenthemen, chronisch Kranke, Kreative, Nerds, politisch Engagierte, Menschen auf dem Dorf, Menschen mit wenig Mobilität. Das Netz kann verbinden, wo die analoge Umgebung eng, kalt oder feindlich ist.

Aber es darf nicht der einzige Ort werden, an dem wir Öffentlichkeit erleben.

Denn wenn Öffentlichkeit fast nur noch digital stattfindet, dann wird sie abhängig von Systemen, die nicht für Demokratie gebaut wurden. Sie wurden für Wachstum gebaut, für Werbung, für Verweildauer, für Datenauswertung und für Engagement. Und Aktivierung bedeutet eben oft nicht: Menschen kommen ins Gespräch. Aktivierung bedeutet: Menschen bleiben hängen.

Wut hält besser als Gelassenheit. Angst klickt besser als Vertrauen. Empörung skaliert besser als Nachdenklichkeit. Und wer einmal gelernt hat, dass irgendwo immer fünf Leute warten, die den eigenen Furor teilen, verliert irgendwann die Fähigkeit, den Widerspruch am Nachbartisch auszuhalten.

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem Welzers Gedanke zu den dritten Orten und der Gedanke vom sterbenden Internet zusammenfallen.

Demokratie braucht nicht nur Informationen. Sie braucht Situationen.

Sie braucht Räume, in denen Menschen einander nicht als Avatare, Zielgruppen, Feindbilder oder Content-Produzenten begegnen, sondern als Leute. Als Nachbarn. Als Bekannte. Als die Frau aus dem Chor, der Typ aus der Bibliothek, der Mensch neben einem am Tresen, der vielleicht politisch nervt, aber beim Aufbauen des Dorffests trotzdem mit anpackt.

Echte Menschen sind ja meistens anstrengender als Profile. Sie widersprechen. Sie erzählen zu lange Geschichten. Sie haben schlechte Meinungen und individuelle Gründe dafür. Sie lassen sich nicht so einfach wegmoderieren.

Aber genau deshalb sind sie wichtig.

Vielleicht war das größte Missverständnis der vergangenen zwanzig Jahre, dass wir dachten, digitale Vernetzung würde automatisch sozialen Zusammenhalt erzeugen. Als wäre Verbindung schon Gemeinschaft. Als wäre Austausch schon Verständnis. Als wäre Sichtbarkeit schon Nähe. Das war sie nicht.

Und deshalb frage ich mich inzwischen: Ist es wirklich schlimm, wenn KI die großen digitalen Plattformen unbrauchbarer macht? Ist es schlimm, wenn der ganze automatisierte Müll die Illusion zerstört, dass dort noch ein echter Ort ist? Oder könnte genau das der Moment sein, in dem wir uns fragen, was wir eigentlich vermissen?

Vielleicht stirbt nicht das Internet, vielleicht stirbt nur die Ausrede, dass Plattformen unsere gemeinsamen Räume ersetzen können.

Und vielleicht wäre das gar nicht die schlechteste Nachricht.

Demokratie braucht mehr als Alarmismus

Demokratie braucht mehr als Alarmismus

Wir waren im Deutschen Theater Göttingen. Es hieß es wieder: dt.X Gäste. Von den drei Veranstaltungen, war das am Dienstag, 14 April, für mich die zweite. Diesmal war Harald Welzer zu Gast und hat über Demokratie, Öffentlichkeit, Erinnerungskultur und diese "dritte Orte" gesprochen. Was mir von diesem Abend besonders hängen geblieben ist: Wie wichtig es ist, endlich nicht immer nur schwarz zu malen. Statt ständig auf Zerfall, Wut und die lautesten Ränder zu schauen, zu hören und sich daran auszurichten, lohnt sich der Blick auf die große Mehrheit der Menschen, die dieses Land ganz selbstverständlich tragen.

Welzers Punkt war im Kern ziemlich einfach und gerade deshalb einfach stark: 80 Prozent der Gesellschaft wollen diesen Laden hier, also unsere Gesellschaft, nicht zerstören, sondern am Laufen halten. Sie wählen demokratisch, sie helfen einander, sie engagieren sich, sie benehmen sich im Alltag vernünftig. Nur kommen diese 80 Prozent in der großen öffentlichen Erzählung viel zu selten vor. Stattdessen dominiert oft das Gefühl, alles sei bereits kaputt. Ich finde diesen Gedanken nicht nur tröstlich, sondern politisch notwendig. Wer immer nur Untergang erzählt, stärkt am Ende genau die, die vom Untergang leben.

Genauso wichtig fand ich Welzers Gedanken zu den dritten Orten. Also zu Räumen jenseits von Zuhause und Arbeit, an denen Menschen sich begegnen können, ohne Zweck, ohne Rolle, ohne Konsumdruck. Kneipen gehören dazu, aber auch Bibliotheken, Jugendzentren, Plätze, Foyers oder andere Räume, in denen man einfach da sein darf. Der soziologische Begriff geht auf Ray Oldenburg zurück; genau solche Orte gelten als Räume von Begegnung, Durchlässigkeit und Zugehörigkeit.

Und genau da wird es konkret. Wenn solche Orte verschwinden, fehlt nicht nur ein bisschen Gemütlichkeit, sondern soziale Infrastruktur für Demokratie. Dann reden wir zwar dauernd über Zusammenhalt, schaffen aber immer weniger Gelegenheiten, ihn tatsächlich zu erleben. Ich erinnere mich da gerne an meine Zeit zurück im Posaunenchor Widdershausen. Klar. Kein echter dritter Ort, weil wir alle Rollen hatten und ein Ziel. Aber eine Möglichkeit mit Menschen zusammen zukommen und etwas zu verfolgen, bei dem Herkunft, Bildung, Status, und was uns sonst so in Bubbles einteilt, herzlich egal war. Deshalb passt für mich das Projekt „Wohnzimmer der Gesellschaft“ so gut zu diesem Thema: Es macht sichtbar, wie vielfältig solche analogen Orte des Gemeinsamen sein können. Und dass es sie eben braucht, wenn Demokratie nicht nur abstrakt beschworen, sondern im Alltag gelebt werden soll.

80 Prozent.

16.04.2026 Text Deutsches Theater Göttingen 2

Geburtstag, Gürtel, Gartenzwerge: Besuch im Ohrbergpark

Geburtstag, Gürtel, Gartenzwerge: Besuch im Ohrbergpark

Ich war über Ostern in der alten Heimat von Frau. Schwiegermama und ich hatten Geburtstag, ein logistischer Albtraum für die Bauchspeicheldrüse. Und meinem Gürtel hat das alles so gar nicht gefallen.

Um die drohende Textil-Katastrophe abzuwenden und mich mental und körperlich auf das fantastische Abendessen vorzubereiten, blieb nur die Flucht nach vorne: Bewegung.

Und während ich versuchte durch den Ohrbergpark zu flanieren, um das Food-Koma wegzulaufen, begann ich zu ahnen: Ich werde älter.

Blick auf eine grüne Landschaft mit einem Kühlturm und einem Fluss im Hintergrund, umgeben von Bäumen.
Im Ohrbergpark gibt's einen wunderbaren Blick ins Wesertal mit dem AKW Grohnde, stillgelegt 2023.

Das merkt man nicht an großen Dingen. Nicht daran, dass man plötzlich freiwillig um zehn ins Bett geht. Sondern daran, dass man sich selbst dabei erwischt, wie man innerlich das Wort ‚Rabauke‘ formt.

Zungenschnalzen für Fortgeschrittene

Frau und ich schlendern also durch diesen schönen Park, für die Rhododendren war es natürlich zu früh, als plötzlich zwei Menschen auf dem Rad an uns vorbeifuhren. Quer durch den Friedwald, auf dem ein eindeutige Piktogramm die Benutzung von Fahrrädern untersagt! Meine Hände hinter dem Rücken verschränkt schüttelte ich nur meinen Kopf und dachte: "Rabauken!"

Ich war schockiert. Über mich. Aber irgendwie auch stolz.

Früher hätte ich gedacht: „Lass die doch.“ Heute denke ich: „Das gehört sich aber nicht.“ Und während ich noch überlege, ob ich noch mit einem mehrfachen Zungenschnalzen die beiden Menschen auch akustisch ahnde, wird mir klar: Das ist es also. Das ist dieser schleichende Übergang, wenn man anfängt, Ordnung für eine Tugend zu halten und die ironische Schale darum immer weiter zerbröselt.

Steinerne Treppe, umgeben von Bäumen und Pflanzen, führt hinauf zu einem bewaldeten Bereich.
Steintreppe im Ruhewald, die zum großen Kreuz führt. Symbolfoto.

Übrigens, wen es Interessiert: Familien- oder Freundschaftsbäume gibt es im Friedwald ab 3.900 Euro sowie 99 Jahre Ruhezeit. Solange der Vorrat reicht.

Das Grauen hat eine Zipfelmütze

Wenn ich von Skandal spreche, meine ich aber nicht die Radfahrenden. Ich spreche vom Zwergenbaum. Für alle, die nicht im Bilde sind: Vor zehn Jahren stellte jemand einen harmlosen Gartenzwerg in eine Buche. Süß, sollte man meinen, oder? Ein bisschen märchenhaft. Aber im Innersten können wir Menschen es ja nicht einfach mal gut sein lassen. Wir müssen größer denken, weiter wachsen, expandieren. Und so steht inzwischen vor der Buche ein Heer für mittellose Gartenzwerge. Da hocken jetzt fünfzig dieser Kerle rum. Plastik, Ton, Stoff. Und jetzt kommt der Teil, bei dem ich merke, wie alt ich werde: Ich verstehe plötzlich die Leute, die sich darüber aufregen.

Eine Gruppe von Gartenzwergen steht um einen alten Baum im Wald.
06.04.2026Ohr
Der Zwergenbaum, eine tote Buche, bei der die Ausbreitung der kleinen Gartenhelferlein begonnnen hat. Manche nennen es Vermüllung, andere gar einen Umweltfrevel.

Der logische Zerfall

Die Lokalzeitung nannte es ernsthaft „Umweltfrevel“. Natürlich mit einem Fragezeichen am Ende. Trotzdem: Ein große Wort für die kleinen Kerlchen im Unterholz. Aber ich fange es an zu verstehen. Ein Wald hat ein Wald zu sein. Da haben Bäume zu stehen, Vögel zu zwitschern und die Natur hat gefälligst so auszusehen, wie wir sie uns vorstellen, damit auch eine Wald-Erholung einsetzen kann! Da kann man nicht einfach unangekündigt das Proletariat der Vorgärten ansiedeln.

Zwei Gartenzwerge stehen auf einem Baumstumpf, umgeben von Holzscheiten und einer kleinen Laterne.
06.04.2026Ohr
Kurz vor dem Zwergenbaum, wandelte sich auch das Theme im Ohrbergpark.

Der Blockwart in uns allen

In Wahrheit ist das natürlich herrlich bescheuert. Da beschwert sich jemand, wahrscheinlich mit akkurat gestutzter Hecke zu Hause, über den „Vandalismus“ kleiner Zipfelmützen. Und ich stehe daneben und merke, wie ich langsam in diesen Sog aus „Das gehört sich aber nicht“ gezogen werde. Mein neues Ich, der Mann, der „Rabauke“ denkt, muss natürlich den Kopf schütteln. Es ist eine wunderbare Übung in Ironie: Man regt sich über Dinge auf, die einem eigentlich völlig egal sind, nur um zu beweisen, dass man noch Anteil am gesellschaftlichen Regelwerk nimmt.

Ich bin dann weitergegangen, ohne einen Zwerg zu retten, anzuzeigen oder mit einem laminierten Zettel diese Umweltsauerei zu verdammen. Man hat ja Prinzipien. Außerdem war ich viel zu sehr damit beschäftigt, die Radfahrer im Auge zu behalten.

Prinzipien sind alles

Der Ohrbergpark ist nach wie vor eine Reise wert. Geht hin, genießt die Azaleen und die Aussicht ins Emmer- und Wesertal und schaut euch das Zwergen-Prekariat an, solange die Ordnungshüter es noch nicht geräumt haben. Ich für meinen Teil gehe jetzt nach Hause und schaue mal, ob mein Rasen auch die vorschriftsmäßige Länge hat. Nicht, dass hier noch jemand zum Rabauken wird.

Bots, Prewarming und schlechte Queries

Bots, Prewarming und schlechte Queries

Und wieder melde ich mich gut gelaunt und überhaupt nicht gefrustet aus dem Maschinenraum. Heute: Wie meine site()->index()-Abfragen meine Seite fast gekillt hätten. Und ich wie immer selbst daran schuld gewesen bin.

Aber von vorne.

Vielleicht war es keine gute Idee, an ein, zwei Abenden bei Trakt nachzupflegen, welche Serien ich alles schon gesehen habe. Denn das hat mich auf Ideen gebracht. Zum Beispiel: Ich könnte ja dann auch gleich alle Serien und alle Filme auf gesonderten Seiten ausgeben. Und bei Serien könnte ich ja auch noch, einfach weil es so schön ordentlich ist, die Staffeln sortieren und den Serien zuordnen.

Und wenn ich schon dabei bin: Das Ganze könnte ich doch langsam über APIs aufbauen. Klar, die Watchdaten sind nur so halb akkurat, weil ich erst ab diesem Zeitpunkt angefangen habe, Serien sauber zu tracken. Aber ganz ehrlich: Ein bisschen Unschärfe ist immer noch besser als gar keine Daten.

Und wenn ich dann schon ungefähre Watchdaten habe, kann ich ja auch direkt Watchlog-Einträge erzeugen. Wer weiß, wofür die noch gut sind.

Die Konsequenz? Plötzlich hatte meine Seite über 8.000 Watchlog-Einträge. Und über 8.126 Episoden und Filme. Mit einer Watchdauer von sage und schreibe 8,5 Monaten! Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Manche Statistiken sollte man vielleicht einfach nicht berechnen.

Worum es geht: Ich hatte plötzlich keine kleine, gemütliche Seite mehr. Sondern ein leicht zickiges Monstrum, das morgens, wenn die Botschwärme aufwachen, meinen Server zuverlässig in die Knie zwingt.

Und schuld daran war natürlich ich.

Ich habe für jede kleine Anzeige von Content einfach site()->index() benutzt. Bedeutet: Immer erst einmal die komplette Website laden, alles durchscannen, tausende Seitenobjekte bauen und dann 99,9 Prozent davon wieder wegwerfen. Klassisches Beispiel:

„Gib mir alle Seiten, filtere Reviews raus, sortiere nach Datum und zeig mir die neuesten fünf.“

Das funktioniert. Aber eben nur so lange, wie die Seite klein ist.

Mit wachsendem Content wurde das zum Problem. Nicht, weil Kirby schlecht ist, sondern weil ich bequem war. „Hol alles, filter später“ ist einfach, aber teuer.

Was ich jetzt stattdessen mache:

Ich scanne die Inhalte genau einmal, ziehe mir daraus nur die relevanten IDs und speichere diese als Cache. Und danach arbeite ich nur noch mit diesem vorbereiteten Datensatz. Keine globalen Scans mehr pro Request, sondern ein vorbereiteter, günstiger Zugriff.

Das habe ich inzwischen umgesetzt für:

  • Tag-Lookups
  • Film- und Serienverzeichnisse
  • Watchlog-Beziehungen
  • den Home-Feed
  • meine Stories-Rail

Das Prinzip ist immer gleich: einmal berechnen, dann cachen.

Dann kam die nächste „gute“ Idee: Prewarming. Also Seiten im Hintergrund vorladen, damit sie für euch schneller da sind. Klingt erstmal sinnvoll.

War es auch. Nur habe ich es natürlich übertrieben.

Ich habe das Prewarming als Self-Requests direkt bei normalen Seitenaufrufen eingebaut. Bedeutet: Ein Request erzeugt mehrere neue Requests auf sich selbst. Solange wenig Traffic da ist, geht das gut. Sobald aber Bots anfangen, parallel meine Seiten zu crawlen, kippt das System.

Und genau das ist passiert.

Bots wie GPTBot, AhrefsBot oder SemrushBot haben parallel angefangen, vor allem die Suche aggressiv abzuklappern. Gleichzeitig liefen meine eigenen Prewarm-Requests. Ergebnis: Alle Worker belegt, nichts geht mehr.

Deshalb habe ich jetzt zwei Dinge geändert:

Die Suche ist für Bots gesperrt
Prewarming passiert nur noch minimal, aktuell nur für die Startseite
Alles andere beobachte ich erstmal.

Die eigentliche Erkenntnis aus der ganzen Geschichte ist aber ziemlich simpel:

site()->index()ist nicht falsch, solange man es nicht übertreibt, so wie ich ich.

Wenn man es bewusst für globale Aufgaben nutzt, ist alles gut. Wenn man es aber im Frontend bei jedem Request mehrfach benutzt, während die Seite wächst und komplexer wird, dann baut man sich ziemlich zuverlässig einen Flaschenhals.