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#Medien & Politik

Medien, Politik, Kommunikation und der oeffentliche Diskurs in digitalen und klassischen Raeumen.

Wikigeeks-Vorschau: WG034

Wikigeeks-Vorschau: WG034

Ihr habt keinen Bock auf das Starquiz mit Kai Pflaume? Kann ich verstehen. Aber trotzdem wollt ihr irgendwas mit Fernsehen? Kann ich auch verstehen. Deshalb habe ich für meine verehrten Leserinnen und Leser das perfekte Parallelprogramm: Heute ab 20.15 Uhr starten die Wikigeeks (Achtung Premiere!) auf goep6 des einzig wahren Premiumsenders moemoep. Natürlich wieder live und in stereo. Für die livepodcastkonsumierenden Personen gibt's natürlich auch wieder unseren Chat.
Wir werden uns heute über's Fernsehen unterhalten. Hat das Internet unser TV verändert? Wird das Netz im Fernsehen eine größere Rolle spielen oder eher das TV im Internet? Beim Blick in die Glaskugel helfen uns natürlich wieder einmal unsere Freunde aus Amerika. Dort kann man nämlich schon sehen, welche Wege das Social-TV auch hier einschlagen könnte. Alle Themen gibt's im Vorfeld schon in unserem Wikigeekswiki.
Ach, da sogar ich mit Hilfe von visual.ly diese hippen Infografiken erstellen kann, habe ich mal unsere Wikigeeks-Fanpage grafisch aufarbeiten lassen. Nach dem Klick.
Der schwarze, unschöne Strich am linken Rand ist im übrigen schon in der Ausgangsgrafik.

SOPA und der Journalismus

SOPA und der Journalismus

Markus Beckedahl und padeluun haben momentan bestimmt sehr viel Spaß an ihrem Job: Denn eigentlich wird vieles, was sie inzwischen anpacken, von den Medien unreflektiert nachgeplappert. Das ist toll für die "Netzgemeinde". Allerdings nicht so toll für den Journalismus. Ein Kommentar.
Spionagewanzen! Schnüffelchips! Ein neuer Skandal? "Wer Kleidung der Modefirma Gerry Weber kauft, bekommt gleich noch eine Spionagewanze in Form eines RFID-Chips dazu", schreibt Patrick Beuth auf zeit.de. Ein handgemachter Aufreger also? Ein gut gemachtes Stück Journalismus?

FoeBud ist der "Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs"

Mitnichten. Beuth hat den WDR dabei beobachtet, wie der den FoeBud dabei beobachtet hat, wie der die Passanten mit einem RFID-Scanner beobachtet hat. Toll!
Seit Ewigkeiten setzt sich der FoeBud für Informationsfreiheit und Datenschutz ein. Padeluun ist da dabei und auch selbst ein Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft. Experten kann man sie also getrost nennen. Datenschutz-Experten auf PR-Mission.
Denn Kleidungshersteller weben inzwischen gerne einmal Chips unter die Etiketten, um die Waren im Lager besser verfolgen zu können. Weil das einfach viel praktischer ist als per Strichcode. Der FoeBud echauffiert sich: Man sei identifizierbar! Jeder könnte durch die eindeutige Nummer in den Chips auch eindeutig gescannt werden. Man hört heraus: Wer diese Chips trägt, kann nie mehr anonym irgendwo hingehen.
RFID ist übrigens die Technik, die auch in den neuen Personalausweisen eingesetzt wird.
Leider hat das Beuth nicht geschrieben, leider hat er – journalistischer Standard hin oder her – keine Gegenpositionen eingeholt. Beuth hat ganz im Sinne des FoeBuds die Chips verteufelt und sich damit, ob bewusst oder unbewusst, in Perso-Fragen instrumentalisieren lassen.
Aber Hauptsache ist doch, dass er auf der richtigen Seite steht.
Wie es anders geht hat die Süddeutsche mit einem distanzierteren Bericht zum RFID-Chip gezeigt.
SOPA, PIPA: GIEK MA

Auch die Wikipedia, Google und Facebook haben gegen SOPA öffentlich protestiert

Ein anderes Beispiel: Markus Beckedahl und seine Digitale Gesellschaft. Zum "Blackout Day" haben sie eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie noch einmal erklären, wie gefährlich SOPA und PIPA auch für die deutsche Meinungsfreiheit sei. "Internetprovider sollen gezwungen werden, Inhalte proaktiv zu überwachen, Inhalte sollen gesperrt, Suchmaschinen-Treffer nicht mehr angezeigt und Verlinken strafbar werden."
So oder so ähnlich hat man das dann auch auf zahlreichen Nachrichtenportalen in Deutschland gelesen. Markus und das Netz wird's gefreut haben.
Was aber auch hier fehlte: Die Gegenposition. Denn es war die Schwammigkeit des Gesetzes, die in der extremsten Interpretation zu den Schlussfolgerungen der SOPA-Kritiker führen konnte.
Theoretisch.
Eine Debatte über Sinn und Unsinn, Analysen und Hintergründe habe ich nirgends in den deutschen Medien gefunden. Die Geschichte liest sich ja auch viel besser, wenn die bösen Rechteinhaber gegen alle vorgehen und das Netz, wie wir es kennen, zerstören. Schwarz und weiß.
Eigentlich ist das: fantastisch!
Als Netzmensch kann ich das alles nur uneingeschränkt gutheißen. Die Kritik an RFID und dem neuen Perso und die Bewegung und diese fantastische Energie, die der Protest gegen SOPA und PIPA ins Netz gebracht hat. Denn die Energie brauchen wir noch gegen ACTA.
Als Journalist hingehen fühle ich mich unwohl, dass sich die ganze Medienmaschinerie inzwischen durch Netzhypes imens beeinflussen lässt. Zu den Themengebieten Datenschutz und Freiheitsrechte scheinen inzwischen in den Medien nur noch die Meinungen zu gehören, die den großen Netzmenschen mit massigen Followerzahlen gehören. Dabei gibt es nämlich schon längst im Datenschutzbereich auch Gegenbewegungen.
Aus Angst vor Shitstorms sich nur zu trauen, die "Netzmeinung" wiederzugeben, kann aber nicht die Aufgabe des Netzjournalismus sein. Ich will mich auch weiterhin über journalistische Meinungen aufregen, die diametral zu meiner eigenen stehen, und möchte Hintergründe erfahren, die recherchiert und nicht aus Pressemitteilungen abgeschrieben worden sind. Auch zu Netzthemen.
In der aktuellen Folge der Geeks haben wir auch über RFID und SOPA gesprochen. Dieser Dreh ist mir allerdings erst nach der Diskussion eingefallen
Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Hängt der Journalismus zu sehr an der Netznadel oder ist das vielmehr eine begrüßenswerte Entwicklung?

Zehn Kilo werden zur Mission

Zehn Kilo werden zur Mission

Das Göttinger Tageblatt hat ein neues crossmediales Projekt gestartet: Die Mission-Olympia. Hintergrund: Tageblatt-Volontär Michael Kerzel hat mit seiner Freundin gewettet, dass er es schafft bis zum Beginn der olympischen Spiele Ende Juli von 101 wieder auf 90 Kilogramm Lebendgewicht zu kommen – um die Olympiade vom häuslichen Sofa aus verfolgen zu dürfen. Inzwischen ist daraus eine Printserie, ein eigenes Blog, eine Facebook-Fanpage und eine Videoserie erwachsen. Ein Crosspost von universale-code.de.

Von der Freundin-Wette zum cross-medialen Tage-blatt-Projekt

Zunächst lief die Geschichte als Print-Reportage im Tageblatt: Michael hat zwei Fitnessstudios besucht und sich Tipps an Geräten geben lassen, wie er am besten und gesündesten abnehmen könnte, Vorschläge von Ernährungsberatern eingeholt und die Wette zusätzlich in einem Webvideo vorgestellt.
Die Wette entwickelte auf Facebook sehr schnell ein Eigenleben, weswegen wir uns entschieden haben, seine Mission-Olympia als crossmediales-Projekt aufzuziehen.
Michael wird nun regelmäßig Print-Reportagen schreiben. Beispielsweise ist eine Service-Geschichte angedacht, in der er sich von regionalen Vereinen Tipps holt, welche Sportarten sich für Übergewichtige anbieten – und diese natürlich auch selbst ausprobiert. Zuvor wird aber noch einmal gesund gekocht. Alle Termine werden zusätzlich von Videojournalisten begleitet.

Das Projekt besteht aus drei Teilen: Video, Online und Print

In seinem Blog schreibt er währenddessen über die täglichen Versuchungen, die auftauchen, wenn man die Ernährung von Bier und Pizza auf Tee und Paprika umstellt. Zusätzlich gibt er kleinere Tipps, wie man wieder zu einer optimaleren Figur kommen kann und verlinkt zu interessanten Inhalten, die mit Ernährung und Sport zu tun haben.
Das Blog ist eine Wordpress-Installation und ist komplett in Facebook und Twitter integriert. Wenn Michael beispielsweise einen Schnappschuss auf der Facebook-Fanpage veröffentlicht, wird der Inhalt automatisch als Blogpost angelegt und zusätzlich ein Tweet mit dem entsprechenden Twitpic abgesetzt. Umgesetzt wurden die Verknüpfungen mit dem Dienst ifttt.com. Diesen Sharing-Kompromiss mussten wir eingehen, weil die komplette händische Pflege der großen Netzerke zu viel Zeit kosten würde. Natürlich interagiert Michael aber in allen Netzwerken mit Followern und Fans.
Habt ihr Anregungen, Kritik oder wollt einfach einmal irgendetwas loswerden? Dann nutzt die Kommentare oder schreibt an heinz (ätt) floyboy (punkt) de

Mission Olympia: Der Speck muss weg!

Mission Olympia: Der Speck muss weg!

"Gute Vorsätze zum Jahresanfang haben einen Unterton von Resignation. Da ist dann Skepsis geboten und nicht Ehrgeiz." Das hat Publizist Johannes Gross einmal zu den Neujahresvorsätzen gesagt. Und als Kollege Kerzel dann Anfang 2012 damit prahlte, seine "Mission Olympia" zu starten, da dachte ich mir als Menschenfreund und guter Kollege: Das unterstütz'ma mal!
Dabei herausgekommen ist nicht nur das obige Video und dieser Artikel hier, dabei herausgekommen ist nicht weniger als eine Bewegung.
Das Tageblatt präsentiert euch – und zwar proudly – das neue Blog von Michael Kerzel: "Mission Olympia – der Speck muss weg!"
Worum geht's?
Michael versucht bis zum Beginn der Olympischen Spiele unter 90 Kilo Lebendgewicht zu kommen. Denn dann – und nur dann! – erlaubt ihm sein Drache seine Freundin (Grüße!) die Spiele im Fernsehen anzuschauen. Eine ehrgeizige Wette, ein lohnendes Ziel!
Und ihr könnt ihm dabei helfen: Michael postet nun regelmäßig über den alltäglichen Abnehmwahn, die Schwierigkeiten, die sich aus seiner Diät ergeben, die Erfolge, die er hoffentlich bald feiern kann. Und so etwas funktioniert ja bekanntlich in der Gemeinschaft am Besten. Und ganz nebenbei könnt ihr euch noch Tipps abholen, wie ihr zu eurem Optimalgewicht finden könnt.
Blog
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Neben den Posts planen wir auch, ihn regelmäßig mit der Kamera zu begleiten.
Und nun zu euch: Wenn ihr Vorschläge für Michael habt, oder generell für das Projekt, scheut euch nicht, sondern schreibt sie hier bei mir ins Internet rein :)