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#Science Fiction

Science Fiction, Zukunftsentwürfe, Raumfahrt, Technikbilder und Genrebeobachtungen.

Thunderbolts*

watch https://www.imdb.com/title/tt20969586/

Captain America: Brave New World

watch https://www.imdb.com/title/tt14513804/

Superman, 2025

Ich muss zugeben: Superman war nie mein Held. Doch „Superman“ von James Gunn hat mich positiv überrascht. Und zwar mehr, je länger ich darüber nachdenke. Superman, 1938 von den jüdischen Comiczeichnern Jerry Siegel und Joe Shuster erschaffen, war von Anfang an mehr als ein Superheld: Er war ein Symbol gegen die rassistische Ideologie des Nationalsozialismus. Ein Held, der für universelle Gerechtigkeit stand. Ein politisches Zeichen.

In modernen Superheldenfilmen erleben wir eine andere Art von Politisierung. Serien wie „Ironheart“ oder viele der neueren Marvel-Filme setzen bewusst auf Diversität. Sie thematisieren Gender-Gerechtigkeit, ethnische Vielfalt und die Inklusion unterschiedlicher Identitäten. Das ist wichtig, es bringt neue Perspektiven und Geschichten. Trotzdem wird es oft nur als modischer Zeitgeist wahrgenommen.

Gunn wählt einen anderen Weg. Mit „Superman“ kehrt er zurück zu den Wurzeln. Er macht Superman nicht wieder zum reinen Action-Helden oder abgeklärten Zyniker, sondern erinnert an seine ursprüngliche Aufgabe. Gunn verzichtet auf bekannte Neuinterpretationen des Stoffes – Superman ist hier weder Messias, Fremder, Kansas-Junge, unbeholfener Nerd noch kalter Gott. Er ist ein moralischer Superman mit Haltung. Ein Mensch mit Prinzipien in einer Welt, die ihren moralischen Kompass verliert. Und Gunn nutzt dafür ein Stilmittel, das im Blockbuster-Kino fast verloren gegangen ist: die Allegorie.

Superheldenfilme erzählen heute selten in Allegorien. Sie arbeiten direkter: mit Repräsentation, mit klaren Botschaften zu Identität und Gerechtigkeit. Das ist richtig und wichtig. Das große Erzählen über Bilder, Gleichnisse und Spiegelungen? Das kennt man eher aus Autorenkino oder Science-Fiction-Klassikern. Es gibt Ausnahmen: „District 9“ mit seiner Apartheid-Parabel, „Children of Men“ als düstere Vision von Migrationspolitik, „Parasite“ als kapitalismuskritische Satire oder „Get Out“ als Horrorfilm über versteckten Alltagsrassismus.

Gunns „Superman“ erinnert mich eher an „Star Trek“, wenn es gut war: Haltung zeigen, ohne zu predigen. „Star Trek“ hat mit Raumschiffen über Imperialismus gesprochen, mit fremden Völkern über den Kalten Krieg, über Ausgrenzung. Gunn bringt das zurück: Superman als moderne Allegorie, als Antifaschist in einer Gesellschaft, die zunehmend autoritär wird. Das wirkt ungewohnt, gerade im Popcorn-Kino. Holt mich aber trotz allem nicht gänzlich ab.

Ich werde den Film wahrscheinlich nicht noch einmal allein schauen. Aber wenn jemand den Film nicht kennt – ich wäre dabei. „Superman“ ist ein unterhaltsamer Blockbuster, der zeigt: Auch alte Helden müssen sich nicht unbedingt neu erzählen lassen.

The Substance

watch https://www.imdb.com/title/tt17526714/

Star Trek: Section 31, 2025

Was hier als “Film” vermarktet wird, ist in Wirklichkeit ein Flickenteppich aus Überbleibseln einer mittelmäßigen Serienidee, die offensichtlich nie genug Substanz hatte, um eigenständig zu bestehen. Das Ergebnis fühlt sich weniger wie ein Film an und mehr wie eine notdürftig zusammengeklebte Staffel aus geschnittenen Episoden – nur ohne die Kohärenz, die eine Serie wenigstens aufbauen könnte.

Die Prämisse rund um Section 31 hatte durchaus Potenzial: Geheimoperationen, moralische Grauzonen, ein düsterer Blick auf die glorreiche Sternenflotte. Aber was macht der Film? Er nimmt diese Ansätze und verwässert sie zu einem generischen Spionage-Action-Mix, der zufällig in einem Sci-Fi-Setting spielt. Es könnte genauso gut ein x-beliebiger Comic-Verfilmung sein. Die Star-Trek-DNA? Also die Hoffnung, dass wir uns irgendwann zusammenreißen als Menschen und versuchen Gutes zu tun? Nicht vorhanden. Selbst der Technobabbel ist halbherzig. Stattdessen gibt’s Explosionen, dünne Dialoge und eine Handlung, die sich verzweifelt an Plot-Twists klammert, die man meilenweit kommen sieht.

Man könnte milde sagen, wenn man beide Augen zudrückt, dass der Film “Spuren von Star Trek” enthält, aber ehrlich: Das fühlt sich wie ein Alibi an. Ein paar Easter Eggs und ein paar bekannte Namen sind kein Ersatz für das, was dieses Franchise ausmacht. Es ist bezeichnend, dass die spannendsten Momente des Films nicht aus seiner eigenen Handlung stammen, sondern aus nostalgischen Anspielungen. Schade.

Das Herzchen gibt‘s, weil neues Star Trek eigentlich immer erstmal auch ein gutes Zeichen ist.