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#Kultur & Gesellschaft

Kultur, Gesellschaft und essayistische Beobachtungen zu Gestaltung, Musik, Ehrenamt, Gemeinschaft und anderen kulturellen Phänomenen.

Wir haben heute mit dem @roundtable89 die @jungetafelgoettingen unterstützt und ich bin immer noch total glücklich über die Spendenbereitschaft 🙌 Unter dem Motto #kaufeinsmehr haben wir fast 40 Kisten mit Nudeln, Konserven, Hygieneartikel und anderen tollen Dingen gefüllt, die die Menschen unterstützen können, die auf die Tafel angewiesen sind. Danke 🤩!

Wir haben heute mit dem @roundtable89 die @jungetafelgoettingen unterstützt und ich bin immer noch total glücklich über die Spendenbereitschaft 🙌 Unter dem Motto #kaufeinsmehr haben wir fast 40 Kisten mit Nudeln, Konserven, Hygieneartikel und anderen tollen Dingen gefüllt, die die Menschen unterstützen können, die auf die Tafel angewiesen sind. Danke 🤩!

Vortrag: Techno-Optimismus bei "Star Trek"

04.11.2025

Vortrag: Techno-Optimismus bei "Star Trek"

Es war mal wieder sehr angenehm auf Einladung über #StarTrek zu sprechen und nicht wie sonst… einfach so. In meiner Präsentation habe ich versucht, den…

Es war mal wieder sehr angenehm auf Einladung über #StarTrek zu sprechen und nicht wie sonst… einfach so.

In meiner Präsentation habe ich versucht, den technologischen Determinismus innerhalb des "Star Trek"-Franchises zu beleuchten. Dieses Konzept beschäftigt sich mit der Idee, dass technologischer Fortschritt unweigerlich die Entwicklung der Gesellschaft bestimmt. "Star Trek" präsentiert eine Zukunft, in der Technologie viele der heutigen Probleme gelöst hat – von Energieknappheit bis hin zu Nahrungsmittelmangel.

Die Realität sieht jedoch anders aus; der Glaube in alleinige technologische Lösungen wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder erschüttert. Atomkraft, einst als Heilsbringer gefeiert, führte zu den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Die einfache Logik von Ursache und Wirkung, wie wir sie aus der Mechanik kennen, trifft auf die komplexe Welt der modernen Wissenschaft nicht mehr zu. Heutzutage führt eine Actio oft zu Ergebnissen, die von einer Vielzahl von Faktoren abhängen und somit nur Wahrscheinlichkeiten und nicht mehr eine einfache Reactio darstellen.

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04.11.2025

Verlorener Technologieglauben

Ich stelle mir vor, wie es gewesen wäre, einige Jahrzehnte früher zu leben, in einer Zeit, als die Hoffnung auf eine nukleare Zukunft noch frisch und lebendig war. Die Menschheit hat's auf den Mond geschafft. Energieprobleme und Umweltverschmutzung können plötzlich gelöst werden; alles ist möglich durch Technologie. Doch die Realität hat gezeigt, dass diese Technologien alles andere als einfach und sicher sind. Und dann gab es diesen Knick, Technologie alleine kann's nicht richten und kann sogar richtig gefährlich oder verdammt komplex sein, und ich weiß nicht, ob sich das für Einzelne wie ein Erdbeben angefühlt hat oder ob man das in der Zeit gar nicht bewusst empfunden hat. Ich bin mir aber sicher, dass dieser Knick, der durch den verlorenen Technologie-Glauben entstanden ist, jetzt auch noch Auswirkungen hat.

Earl Grey, heiß

Und dann ist da das "Star Trek"-Universum, das eine Welt zeigt, in der unbegrenzte Energie aus Materie-Antimaterie-Reaktoren verfügbar ist, Nahrung und Earl Grey durch Replikatoren erschaffen wird und Reisen schneller als Licht möglich sind. Diese Darstellung führt zu der gefährlichen Annahme, dass wir unser Verhalten nicht ändern müssen, da zukünftige Technologien die Probleme schon lösen werden.

Jedoch zeigt die Realität von Fukushima und Tschernobyl, dass das Versagen von Technologie katastrophale Folgen haben kann. In "Star Trek" wird dies kaum thematisiert, außer in wenigen Fällen, die meist außerirdische Zivilisationen betreffen (Star Trek IV, VOY 1x04: Subraumspalten).

Solche Konzepte können in der echten Welt politische, ökonomische und soziale Reformen untergraben. Denn, aus der Konzeptsicht, werden zukünftige Technologien es ja schon richten, so als wenn wir noch in den 60ern leben würden: CO2 wird dann in diesen Vorstellungen technisch aus der Atmosphäre gesaugt, Kernfusion löst alle Probleme und Wasserentsalzungsanlagen kümmern sich sowohl um Trinkwasser als auch um Brennstoffzellenbefüllung. Was meint ihr? Ist der Techno-Optimismus eher… inspirierend oder einschränkend?

Last but not least: Danke OT89 für die Einladung und den tollen Abend!

Für eine vielfältige Präfixkultur

Für eine vielfältige Präfixkultur

Jean-François Lyotard ist schuld. Zumindest gefühlt. Denn er war es, der Philosoph und Literaturtheoretiker, der endgültig auch noch posthum ein unsägliches Präfix postuliert, das noch heute überall in der Postistik sein Unwesen treibt. Denn mit mit seinem Bericht "Das postmoderne Wissen" brachte er post- in die Gesellschaft, in die Schulen und Universität.
Böse Zungen behaupten, wir lebten schon längst als postindustrielle Gesellschaft in der Postdemokratie. Die Postprivacy-Philosophie stellt sich gegen den Datenschutz, der Postjournalismus wird gerade noch definiert, Postfeministen sind dabei, gehörig zu entstauben und mit der Scheitermöglichkeit unseres Geldsystems wird der Postkapitalismus aus den Schubladen geholt.
Dabei ist post ein lateinisches Präfix, das nichts anderes bedeutet als "hinter" oder "nach". Es ist nicht wertend. Etwas was post ist, muss nicht besser sein und nicht schlechter. Es schwebt vielmehr diffus über dem Ursprung und gibt inzwischen eine Art Paradigmenwechsel an. Den zu erfassen, das war zumindest in der Vergangenheit schwierig: Einer griffige Definition für die Postmoderne ging eine fast hundertjährige Diskussion voraus. Aber wir haben ja jetzt das Internet. Und da geht alles schneller.
Und leichtfertiger, weswegen ja auch gerade die Postistik zur Postritis mutiert. Und die sorgt dafür, dass uns in Zukunft die Wörter ausgehen. Was kommt denn bitte schön nach der Nachdemokratie? Nach dem Nachjournalismus? Vielleicht der Retropostjournalismus? Oder der Semipostjournalismus? Wenn wir richtig viel Glück haben der Postpostjournalismus.
Aber das kann es doch nun wirklich nicht sein!
Klar, neue Denkstrukturen, neue Paradigmen brauchen auch eine sprachliche Abgrenzung. Man will ja schließlich teil einer Bewegung sein, frei nach Tocotronic. Oder sich davon abgrenzen.
Deswegen eine Bitte: Schaut das nächste mal bei einer Bewegungsneugründung bitte hier oder hier nach. Es gibt nämlich noch so schöne viele andere tolle Präfixe.