Tags

#Social Media

Allgemeine Themen zu Social Media, Plattformen, Reichweite und Netzlogik.

Internet Kolumne (2): Bud Spencer und die Bibel

Internet Kolumne (2): Bud Spencer und die Bibel

Ach. Ich bekomme die letzten Wochen nicht einmal mehr meine Chronistenpflicht hier auf archiv.floyboy.de hin... Schande über mein Haupt! Deshalb beginne ich jetzt erst einmal mit einer ollen Kamelle aus der vergangenen Woche: Der Internet-Kolumne. In der ich mir auf 66 Zeilen sehr viel, wahrscheinlich zu viel vorgenommen habe. Nämlich Meme zu erklären als Netzableitung des sozialen Codes.
Das Bud Spencer Mem hat sich inzwischen auch schön weiterentwickelt - Schwäbisch Gmünd möchte das Schwimmbad nach dem Schauspieler benennen.
Die Kolumne:
Im Alten Testament im Buch der Richter steht geschrieben: „Sag doch einmal ‚Schibboleth‘. Sagte er dann ‚Sibbolet‘, weil er es nicht richtig aussprechen konnte, ergriffen sie ihn und machten ihn nieder.“ Schibboleth ist ein Sprachtest, ein sozialer Code.
Wenn Sie heutzutage von einem Kölner aufgefordert werden: „Sarrens ma Blootwoosch“, dann können Sie sich mit der Antwort „Flönz“ ganz schibbolethmäßig als kölsches Urgestein ausgeben – ohne die alttestamentarischen Konsequenzen. Gruppen heben sich damit von der Allgemeinheit ab. Vielleicht hat deswegen der Atheisten-Papst Richard Dawkins solche Verhaltensweisen mit den Genen verglichen. In seinem 1976 erschienenen Buch „Das egoistische Gen“ definierte er so etwas wie Fortpflanzungsgedanken. Übersetzt: Ideen, die einen Nerv treffen, werden weitergetragen. Und schlussendlich teil einer Gruppe. Diese Gedanken nannte er Meme. Schibboleths sind also Meme. Und das Netz ist voll von ihnen. Man muss sie nur erkennen.
Geben Sie einfach mal in der Suche Ihres Vertrauens „Lolcats“ ein: Sie werden Katzen in allen denkbaren Situationen finden – angereichert mit Sprüchen in schlechtem Katzenenglisch. Mit Bezügen auf die Popkultur oder aber auch auf andere Meme.
Steuerbar sind diese Meme nicht. Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat nicht damit gerechnet, dass eine Online-Abstimmung für die Namenswahl eines Tunnels so hohe Wellen schlägt: Eine Facebook-Gruppe mit über 40000 Mitgliedern macht sich für den Namen „Bud-Spencer-Tunnel“ stark. Zusätzlich gibt es inzwischen Fan-Songs, eine Website und T-Shirts. Auch Bud Spencer hat erklärt, dass er zu der Einweihungsfeier komme – falls der Tunnel nach ihm benannt werde.
Zur Originalveröffentlichung

Internet-Kolumne (1): Über Kaffee und Google

Internet-Kolumne (1): Über Kaffee und Google

Im Jahr 1991 galt es in Cambridge noch als absolute Innovation, aus rein egoistischen Gründen die Kaffeemaschine im Nachbarraum abzufilmen. Zwei Jahre später konnte jeder Internetnutzer live verfolgen, wer den letzten Tropfen aus der Kanne genommen und keinen neuen aufgesetzt hat.
Heutzutage lächeln wir darüber. Die Intention bleibt aber verständlich: Bequemlichkeit hat für die Erfindung der ersten Webcam gesorgt – gepaart mit der Sorge, aufzustehen und nur noch den Kaffeesatz in der Kanne vorzufinden. Heute bräuchte solch ein Internetdienst mehr, um erfolgreich zu sein. Zum Beispiel eine Abstimmfunktion, wer die nächste Kanne aufsetzen soll. Mit einer zusätzlichen Benachrichtigung in Facebook: „Ihre lieben Kollegen haben entschieden, dass Sie neuen Kaffee kochen müssen“. So ist das Internet jetzt.
Mit schnöden Kaffeemaschinen alleine lässt sich nur noch wenig Geld verdienen. Mit Nutzerdaten schon. Mag der Nutzer überhaupt Kaffee? Welche Sorte? Können wir da gleich passende Werbung anbieten? Der Markt für diese Informationen ist heiß umkämpft.
Die größten Unternehmen, die derzeit um die Gunst der Nutzer buhlen sind Facebook und Google. Und da überrascht es auch nicht , dass Google jetzt einen Facebook-Konkurrenten auf den Markt der sozialen Netzwerke gebracht hat. „Google+“ heißt der Dienst und ist seit gut einer Woche online.
Überraschend an der Sache ist vielmehr: Die Nutzer mögen ihn. Aufgeräumt kommt er daher, technisch auf dem neuesten Stand und ganz ohne nervige Horoskop-Meldungen oder Fragen, die ein Freund über einen anderen Freund beantwortet hat. Aber ob er sich ebenso erfolgreich wie Facebook entwickeln wird? Das käme Kaffeesatzleserei gleich.
Originalveröffentlichung beim Göttinger Tageblatt

Kleines Final-Cut-Tutorial

Kleines Final-Cut-Tutorial

Wie bediene ich Final Cut 4? Ich habe mich relativ spontan (haha) vor meinen Mac gesetzt und dieses Anfänger-Tutorial aufgenommen. Wer mit dem Schnittprogramm schon gearbeitet hat, für den gibt es wahrscheinlich wenig neues. Das Video richtet sich an blutige Anfänger.
Kurze Inhaltsbersicht:

  • Wie ist Final Cut 4 aufgebaut?
  • Wie importiere ich Videos?
  • Erklärung der einzelnen Fenster
    • Browser
    • Viewer
    • Canvas
    • Timeline
    • Leider vergessen: Audiopegel und Auswahlwerkzeuge
  • Videoschnitt
  • Audioschnitt

Kurze Shortcut-Liste:
B: Wechsel zum Schnittwerkzeug
A: Wechsel zur Maus
N: Einrastfunktion
Shift-L: Audio/Video koppeln und entkoppeln
I: In-Punkt setzen
O: Out-Punkt setzen
P: Audiopunkte setzen
Was ich vergessen habe:
Falls ihr einmal die Fenster durcheinander gebracht habt, könnt ihr unter "Fenster -> Anordnen -> Standard" die ursprüngliche Arbeitsfläche wiederherstellen.
Achtet immer auf den Ton! Rechts gibt es ein optisches Werkzeug, an dem ihr den Tonausschlag überprüfen könnt. Gelb ist optimal. Wobei: Wenn ihr ein leises Video im Wald aufnehmt und dann einen lauten Laster daneben schneidet, ist gelb nicht optimal: Denn da haben dann alle schon den Ton an ihren Geräten lauter gestellt. Deshalb: Schneidet so, dass niemand die Lautstärke vom Video am Ende händisch nachjustieren muss.

Alles, was wir machen müssen, ist: Fragen!

Alles, was wir machen müssen, ist: Fragen!

Crosspost
Was alle Nerds, was alle Geeks gemein haben ist die unbedingte Liebe zum Detail. Und wir können uns wirklich glücklich schätzen, in einer Zeit zu leben, in denen die Infos direkt vor unseren Füßen liegen. Die meisten Vertreter dieser Nerd-Spezies, würden der folgenden These höchstens still zustimmen, aber Geeks haben mehr mit Doctor Faust gemein, als ihnen lieb ist: Es geht ihnen darum, das Innerste zu verstehen, das die Welt zusammenhält. Und das Innerste, das findet man inzwischen nicht mehr über die Massenmedien, über die Tageszeitungen, nicht mehr in Bibliotheken – sondern direkt bei Experten. In Blogs, in Podcasts. Noch niemals in der Geschichte der professionalisierten Wissenschaft gab es so viele Fachmagazine, so viele Fachvideos und so viele Audios – frei zugänglich, für jeden. Man muss sie nur annehmen, wenn man mehr haben will, als einen Überblick.
Der zweite Schwachstrom-Themenstammtisch hat sich deshalb mit dem beliebten Bloginstrument „Wordpress“ beschäftigt. Und gleichzeitig auch damit, wie man heutzutage publizieren kann. Denn dadurch, durch das Verständnis der Plattform, durch das Verständnis der äußeren Struktur, kann man das Fremdpublizierte erst richtig einordnen.
Wie die regelmäßigen Leser dieser (ich setzte es mal in Anführungszeichen) „Internetpräsenz“bestimmt schon mitbekommen haben, werden wir uns als SeV von Grund auf erneuern . Und ich hoffe immer noch darauf, dass die äußere Form der neuen Darstellung zumindest einen geringen Teil des neuen Selbstverständnisses vom Verein ausmacht: kommunikativ, technisch, partyaffin.
Ich sehe die Möglichkeiten, die durch die doch sehr unterschiedlichen Mitglieder tatsächlich bestehen: Nämlich ganz simpel ausgedrückt, das weiterzugeben, was man kann. Dazu brauchen wir nicht unbedingt eine Agenda, oder eine feste, eine hierarchische Struktur. Dazu brauchen wir nur den Willen des Einzelnen sich einzubringen – und wenn dies durch einfaches Nachfragen geschieht - oder simples Interesse.
Letzte Woche hatten wir den gelungenen Auftakt unseres Schwachstrom-Online-Themenstammtisches. Timo hat über das fantastische Tool inSSIDer gesprochen . Habe ich davon alles verstanden? Mitnichten! Aber ich habe jetzt Ansatzpunkte um mein Wissen in puncto Wifi auszubauen.
Genauso hoffe ich, dass ich neugierig machen konnte, sich etwas mehr mit Wordpress auseinander zu setzen.
Vielleicht ist der Wandel, den ich mit dem Verein vorhabe, etwas zu krass. Wir haben zwar den Computer niemals nur primär dazu genutzt, Facebook-Status abzugeben – wir haben Gameserver aufgesetzt, eine funktionierende Intranetstrukturgeschaffen – aber wir waren eben: Ein LAN-Verein. Wir haben „nur“ Veranstaltungen organisiert, bei denen wir uns, bei denen sich unsere Gäste wohlfühlen können. Den Wandel zu einem Verein, indem jeder das anbietet, was er kann und will, auf technischer, auf IT-Ebene, ist vielleicht wirklich erst einmal etwas heftig und von mir egoistisch gedacht. Denn ich stelle mir das genial vor, von den Schwachmaten Denkanstöße zu bekommen. Oder Felder zu sehen, von denen ich bisher keine Ahnung hatte. Und ich denke dennoch: Euch könnte es genauso gehen. Denn alles, was wir machen müssen ist: Fragen! Dadurch können wir uns gemeinsam zumindest dem faustschen "Inneren" etwas besser annähern.