Ich hasse es, wenn Sachen nicht funktionieren. Trakt hat ja einfach so die API eingestellt und dadurch wurden bei mir plötzlich keine geschauten Folgen mehr auf der Seite veröffentlicht.

Kein Weltuntergang, aber ärgerlich. Vor allem, weil ich damals ganz bewusst die Entscheidung getroffen hatte, für diesen Teil einen Fremddienst zu nutzen.

Warum überhaupt ein Fremddienst?

Kirby ist geil. Aber für manche Zwecke sind andere Dienste einfach besser darin, Daten einzugeben.

Ich veröffentliche zum Beispiel lieber ein Bild auf Pixelfed, weil die Oberfläche genau dafür gebaut ist. Und genauso habe ich Trakt genutzt: Die nächsten Folgen einer Serie wurden mir direkt angezeigt, mit Bild, Beschreibung und einer simplen Möglichkeit, sie als gesehen zu markieren und zu bewerten.

Hätte ich das alles auch manuell auf hnz.io machen können? Klar.

Hätte ich das dauerhaft durchgehalten? Niemals.

Also hat Trakt mir die gesehenen Folgen samt TMDB-ID geliefert und ich habe die Daten auf hnz.io anschließend über die TMDB API angereichert. Von dort kamen unter anderem Beschreibungstexte und Vorschaubilder.

Trakt war für mich damit eigentlich gar nicht die Datenquelle, sondern vor allem eine bequeme Oberfläche zum Tracken.

Also Alternativen suchen

Nachdem die Trakt-API weggefallen war, musste etwas Neues her.

RYOT war nicht so meins und eigentlich wollte ich nicht noch einen Dienst selbst hosten. Also habe ich mir zunächst einen Account bei Simkl geklickt.

Sieht gut aus. Gefällt mir.

Aus Spaß habe ich dann versucht, meinen kompletten Trakt-Export hochzuladen. Schließlich wirbt Simkl genau mit dieser Möglichkeit. Und dann erschien ein Popup: Der Import funktioniert nur mit einem Bezahl-Account.

Die Begründung dafür fand ich sogar ziemlich sympathisch. Sinngemäß: Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele Daten importiert werden, und jetzt geht uns schlicht der Speicher aus.

Trotzdem war das für mich der letzte Tropfen.

Denn am Ende bleibt Simkl eben auch ein Fremddienst. Theoretisch können sie morgen genauso entscheiden wie Trakt. Oder plötzlich fünf Euro im Monat dafür verlangen, dass ich Sterne vergeben darf.

Also bin ich weiter auf die Suche gegangen.

Yamtrack, nur mit dem einen Feature mehr

Yamtrack sah ziemlich gut aus. Es hatte für mich allerdings ein entscheidendes Manko: Episoden lassen sich nicht bewerten.

Dafür gibt es zwar bereits einen Feature Request, aber ich wollte jetzt eine Lösung und nicht irgendwann.

Dabei bin ich auf Floppygestoßen, einen Fork von Yamtrack, der genau das bereits kann.

Also mit meiner generativen Assistenz schnell einen Build für Cloudron erstellt und installiert.

Und ja: geil. Gefällt mir.

Trakt und Letterboxd einfach importiert

Als Nächstes konnte ich meine Trakt-Daten ohne größere Komplikationen in Floppy importieren. Und weil ich schon dabei war, habe ich direkt auch meine Daten aus Letterboxd hinterhergeschoben.

Selbst meine Watchlist konnte ich damit retten.

Damit liegt jetzt ein ziemlich großer Teil meiner Medienhistorie in einer Anwendung, die ich selbst betreibe.

Podcasts kommen jetzt automatisch dazu

Noch schöner: Meine Podcast-App Pocket Casts bietet ebenfalls eine API.

Dadurch kann ich jetzt auch automatisch erfassen, welche Podcast-Episoden ich gehört habe, und sie anschließend auf hnz.io ins Audiolog übernehmen.

Bisher brauchte ich dafür noch einen Apple Shortcut. Das war nicht wahnsinnig umständlich, aber eben trotzdem ein zusätzlicher Schritt.

Der entfällt jetzt komplett.

Sobald ich eine Episode zu mehr als 50 Prozent gehört habe, landet sie automatisch im Audiolog.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei die Darstellung in Floppy. Ähnlich wie bei Serien werden nicht einfach die neuesten Episoden untereinander angezeigt. Stattdessen sieht man zunächst die einzelnen Podcasts und muss sie öffnen, um die jeweiligen Episoden zu sehen.

Das ist eine bewusste Entscheidung und damit kann ich leben.

Gut zu wissen ist außerdem: Der Sync funktioniert nur bei Podcasts, die man in Pocket Casts abonniert hat. Hört man einfach nur spontan eine einzelne Folge eines nicht abonnierten Podcasts, wird sie nicht synchronisiert.

Muss man wissen.

Und plötzlich sind da auch meine Spiele

Zusätzlich lässt sich Floppy unter anderem mit meinem Xbox-Account und Steam verbinden. Überhaupt werden ziemlich viele Dienste unterstützt.

Damit ergeben sich für hnz.io direkt neue Möglichkeiten.

Ich kann zum Beispiel endlich meinen ganz persönlichen Pile of Shame veröffentlichen: Spiele, die längst in meiner Bibliothek liegen, die ich gekauft habe und trotzdem noch nie gestartet habe.

Oder irgendwann meine meistgespielten Spiele nach Stunden.

Das sind genau diese kleinen Datenspielereien, die ich auf meiner eigenen Seite ziemlich spannend finde.

Der Umstieg war erstaunlich unspektakulär

Das eigentliche Umschalten auf hnz.io ging mithilfe meiner generativen Assistenz ziemlich einfach.

Ein paar Werte in der config.php ändern, ein neues Import-Skript schreiben, API-Zugang eintragen, fertig.

Kommentare aus Floppy werden übernommen, die Bewertung auf einer Zehn-Punkte-Skala wird für hnz.io in fünf Sterne umgerechnet und das Skript merkt sich, welche Einträge es bereits importiert hat.

Und damit bin ich wieder ziemlich genau da, wo ich hinwollte:

Die komfortable Oberfläche zum Tracken darf ruhig eine spezialisierte Anwendung übernehmen. Meine eigentlichen Daten und das, was ich daraus veröffentliche, landen aber wieder bei mir.

Und dieses Mal läuft auch die Anwendung dazwischen auf meinem eigenen Server.

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