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#Serien

Serien, Staffeln, Episoden und serielle Erzählformen im Fernsehen und Streaming.

Star Trek: Section 31, 2025

Was hier als “Film” vermarktet wird, ist in Wirklichkeit ein Flickenteppich aus Überbleibseln einer mittelmäßigen Serienidee, die offensichtlich nie genug Substanz hatte, um eigenständig zu bestehen. Das Ergebnis fühlt sich weniger wie ein Film an und mehr wie eine notdürftig zusammengeklebte Staffel aus geschnittenen Episoden – nur ohne die Kohärenz, die eine Serie wenigstens aufbauen könnte.

Die Prämisse rund um Section 31 hatte durchaus Potenzial: Geheimoperationen, moralische Grauzonen, ein düsterer Blick auf die glorreiche Sternenflotte. Aber was macht der Film? Er nimmt diese Ansätze und verwässert sie zu einem generischen Spionage-Action-Mix, der zufällig in einem Sci-Fi-Setting spielt. Es könnte genauso gut ein x-beliebiger Comic-Verfilmung sein. Die Star-Trek-DNA? Also die Hoffnung, dass wir uns irgendwann zusammenreißen als Menschen und versuchen Gutes zu tun? Nicht vorhanden. Selbst der Technobabbel ist halbherzig. Stattdessen gibt’s Explosionen, dünne Dialoge und eine Handlung, die sich verzweifelt an Plot-Twists klammert, die man meilenweit kommen sieht.

Man könnte milde sagen, wenn man beide Augen zudrückt, dass der Film “Spuren von Star Trek” enthält, aber ehrlich: Das fühlt sich wie ein Alibi an. Ein paar Easter Eggs und ein paar bekannte Namen sind kein Ersatz für das, was dieses Franchise ausmacht. Es ist bezeichnend, dass die spannendsten Momente des Films nicht aus seiner eigenen Handlung stammen, sondern aus nostalgischen Anspielungen. Schade.

Das Herzchen gibt‘s, weil neues Star Trek eigentlich immer erstmal auch ein gutes Zeichen ist.

Göttinger Band Parade

Göttinger Band Parade

Eine neue Bandserie! Das war DAS Projekt die letzten Wochen: Die "Göttinger Band Parade". Die Porträtserie ist derzeit noch an die Finalistenbands von Rock am Kaufpark gekoppelt, wird aber höchstwahrscheinlich Ende des Jahres eine eigene Rubrik im Blatt bekommen. Die Idee dahinter: Wir stellen Bands vor. Und versuchen gemeinsam, ein ordentliches Porträt zu stemmen. In Bewegtbild und Print. Wenn ihr selbst Lust habt, da als Teilnehmer mal mitzumachen, kontaktet mich einfach irgendwie.
Vom Konzept her, ging die Serie wunderbar auf: Verschiedene Locations und verschiedene Rubriken. Momentan sind das:

  • Probesituation
  • Die Band
  • A cappella/unplugged
  • Die Historie in 30 Sekunden
  • Outtakes

Die Rubriken können sich natürlich in Zukunft noch verändern. Momentan bin ich mit der Probesituation nicht allzu zufrieden. Sound ist über den Japaner nicht so toll und die Proberäume gleichen sich doch ziemlich. Aber vielleicht ist mein Blick auch einfach zu eingeengt. Auch die Historie könnte sich relativ schnell auslutschen: "Ich kannte den, wir haben dann den getroffen und am Ende nen Drummer gesucht - und mit dem gefunden." Das passt bestimmt auf über 90 Prozent der Bands.
Über eure Meinung wäre ich deshalb ziemlich dankbar.
Die Bilder der Teiler habe ich mir aus archive.org gezogen. Wer das Internetarchiv noch nicht kennt: Dort liegt sehr viel, sehr geniales Material einfach so public domain (WP) rum.
Die erste Band der Reihe war David Cash (Homepage, Facebook, Myspace).Danach kam: Peanut Gallery (Facebook, Myspace).Und gestern fertig geworden: das Porträt über Salacious' Monkeys (Facebook, Myspace)Kritik und Lob bitte in die Kommentare.

Kurz verlinkt (2): Scary Who!

Kurz verlinkt (2): Scary Who!

Der Doctor und seine Tardis verdienen natürlich auch in diesem Themen-Wirrwarr (ugs. auch 'Blog' genannt) einen längeren Eintrag. Aber jetzt sei nur kurz und mit aller gebührender Ehre auf den Trailer zur kommenden Staffel hingewiesen. Gregorianischer Gesang muss zwar nicht mehr unbedingt sein, es gab Zeiten, da war das noch ein richtiges Stilelement (so wie auch der szenische Einstieg im Journalismus, Anm. d. A.) - aber: Die Szenenschnippsel schafften es, meine Vorfreude belebend zu kitzeln.

"The Event" ohne Mondnazis?

"The Event" ohne Mondnazis?

Brauchen wir eine neue Mystery-Serie? "Lost" weht immer noch etwas nach (es soll Menschen geben, die die letzte Staffel immer noch nicht gesehen haben) und "Fringe" wird um eine weitere Staffel verlängert.
Brauchen wir also "The Event" (2010, Wikipedia)?  Während der ersten drei Folgen, habe ich mich immer wieder beim wissenden Nicken erwischt: Aha, schön. Keine lineare Erzählstruktur. Nett. Die Erzählsprünge sind geradezu innovativ - ein fröhliches Hopping durch die Zeit und von den Charakteren. Fordernd, aber nicht überfordernd.
Die Schauspieler sind auch nicht schlecht. Hübsche Frauen und endlich mal einen Informatiker als Held. Man muss es Jason Ritter (IMDb) lassen: Anstrengend wird seine Darstellung des typisch überfordenden Charakters selten. Dabei kennt man ja diese Art des Storysettings zu gut - Normalo kommt in unnormale Situation und muss irgendwie damit klar kommen. Ein Klassiker. Laura Innes (IMDb) ist auch mal ohne Krückstock unterwegs und erinnert irgendwie sehr an Mary McDonnells Präsidentin Laura Roslin bei Battlestar Galactica (IMDb). Wir haben einen schwarzen Präsidenten, mit entzückender, menschelnder Familie, dazu ordentlich Psychodruck mit einer riesigen Regierungsverschwörung und natürlich einer Handlung, die man erst am Ende der Serie vollständig verstehen kann.
Wo bleiben die Mondnazis?
Aber ich hasse es, vorm TV zu sitzen und zu nicken. Auch wenn die Kameraführung im Vergleich zu anderen Mainstream-Produktionen immer noch innovativ ist, Look&Feel der ersten Episoden wunderbar kongruieren, will ich - genretypisch einfach nur - überrascht werden.
Ich frage mich, ob es reicht, Regierungsverschwörungen, Außerirdische, Entführungen, und nicht-menschliches Technikwissen zu verquirrlen, um daraus noch eine erfolgreiche Serie zu machen. Verschwörungen, die kennt man aus "24", bei den Außerirdischen denke ich an "Akte X" und "4400 - Die Rückkehr" und der ganze Aufbau erinnert durch die Flashbacks oder Flashforwards, je nach Ausgangslage, an... nun ja... "Flashforward" und "Lost".
Nur da war das für TV-Serien noch neu. "The Event" dagegen ist ein Aufguss, eine weichgespülte Version der vermeintlichen Erfolgsgaranten vergangener Zeiten. Es fehlen nur noch ein paar Elemente vom "Da Vinci Code" mit amoklaufenden Katholiken - und natürlich den Mondnazis, die im Hintergrund die Strippen ziehen. Dann hätte man wirklich alles in einer Serie zusammengepanscht - und das muss doch einfach funktionieren, oder?
Jeder Anfang ist schwer
Plotideen sind seltener als man glaubt. Es soll beispielsweise nur knapp 50 verschiedene Plots für das Krimi-Genre geben. Es spricht also erst einmal nichts dagegen, funktionierende Elemente zu adaptieren. Individualisiert werden die Storys durch die Charaktere und das soziale Umfeld der Handlung. Aber Zeit für ordentliche Charakterarbeit blieb in den ersten Folgen keine. Vielleicht ändert sich das im Laufe der Serie. Ich werde ihr noch ein, zwei Folgen geben. Und wenn mich jemand nach einer neuen Serie fragen würde, der mystery-affin ist, dann würde ich sie auch weiterempfehlen. Allein, der Serienfunke ist bei mir noch nicht übergesprungen.
Fazit: Solide, mit Hang zur Hast: 6 von 10 Punkten.