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Beitraege ueber Content-Management-Systeme, Redaktionssysteme und deren Einsatz.

Wordpress: Formulardaten von Contact Form 7 via SMTP richtig versenden

Wordpress: Formulardaten von Contact Form 7 via SMTP richtig versenden

Wie können in Wordpress Formular-Komponenten wie http://wordpress.org/plugins/contact-form-7/ oder das (kostenpflichtige) http://www.gravityforms.com funktionieren, wenn der Wordpress-Server nicht die Mails verarbeitet? Weil beispielsweise ein externer Mailserver für die Zustellung eingerichtet ist? Wir haben die Lösung. Vielleicht nicht lehrbuchreif. Dafür funktioniert's – sogar mit den "richtigen" Absender-Namen und E-Mail-Adresse.

Es kommt öfter vor, als einem bewusst ist, dass der Mailserver einer Domain nicht vom selben Server gestellt wird. Wir bei der workin media nutzen beispielsweise die http://www.google.de/intx/de/enterprise/apps/business/ um effektiv und zentral unsere Mails verwalten zu lassen. Das heißt aber auch, dass Wordpress-Formulare nicht mehr funktionieren, da diese standardmäßig mit der php-Funktion http://php.net/manual/de/function.mail.php verschickt werden wollen. Ob dies klappt oder nicht, bekommt ihr dadurch zu spüren, ob ihr bei neuen Kommentaren, Updates, etc. von eurer Seite per Mail benachrichtigt werdet oder nicht (natürlich auch via http://php.net/manual/de/function.phpinfo.php).

Oder eben, weil Mails aus Formularen nicht ankommen. Und das ist tatsächlich etwas tricky, weil beispielsweise Contact Form 7 dem Nutzer gute Miene zum bösen Spiel macht und zwar auf der Seite anzeigt, dass die Nachricht versendet. Es aber nicht macht.

Die Lösung: Mailversand via SMTP. Da können wir euch eine Lösung anbieten, indem ihr im Code rumflickelt. Oder ein Plugin, was das für euch übernimmt.
Die Codelösung

Zunächst editiert ihr eure config.php im Stammverzeichnis der Wordpress Installation und fügt folgenden Code ein:

// SMTP
function smtp_wp_mail($phpmailer) {
$phpmailer->IsSMTP(); // telling the class to use SMTP
$phpmailer->Host = "smtp.example.com"; // set the SMTP server host
$phpmailer->Port = 465; // set the SMTP server port
$phpmailer->SMTPSecure = "ssl"; // enable SMTP via SSL
$phpmailer->SMTPAuth = true; // enable SMTP authentication
$phpmailer->Username = "wordpress@example.com"; // set the SMTP account username
$phpmailer->Password = "PASSWORD"; // set the SMTP account password
}

Die entsprechenden Felder müsst ihr mit den Daten eures externen Mailproviders befüllen.

Als nächstes müsst ihr in der wp-includes/pluggable.php Wordpress noch klar machen, dass ihr Mails nun via SMTP verschicken wollt.  Sucht bitte $phpmailer->IsMail(); und ersetzt die Zeilen mit der folgenden Version:

// Set to use PHP's mail()
// $phpmailer->IsMail();

//SMTP
smtp_wp_mail($phpmailer);

Bei jeder Wordpress-Aktualisierung können diese Änderungen verloren gehen.
Die Plugin-Lösung

https://workin-media.hnz.io/wp-content/uploads/2014/06/smtp-mail11.png WP SMTP Mail im Dashboard

Für einige ist die Plugin-Lösung der einfachere Weg, wobei das Plugin nichts anderes macht, als wir weiter oben beschrieben. Nur eben im Wordpress-Backend in einer netten Formular-Ansicht. Wir nutzen hier http://wordpress.org/plugins/wp-mail-smtp/.

Das Problem, was es beim SMTP-Versand geben kann, ist ärgerlich: Viele Server verbieten es (zu Recht!) Mails unter falschen Namen zu versenden.

Wenn allerdings ein Nutzer ein Kontaktformular auf eurer Seite verwendet, wollt ihr auch, dass das Kontaktformular von eben jener Person kommt. Martina Musterfrau (martina@musterfrau.de) benutzt dann zwar das Formular – die Mail von Wordpress kommt aber über den SMTP-Account, den wir vorher definiert hatten. Und wenn ich dann Frau Musterfrau schnell antworten möchte und nicht daran denke, schreibe ich leider dem SMTP-Account eine Mail.

Es gibt allerdings noch andere Probleme: Beispielsweise kann man so Kontaktformulardaten nicht an Ticketsysteme wie http://osticket.com.de, http://www.otrs.com/?lang=de oder https://www.zendesk.de übergeben, da durch die falsche Zuweisung die Systeme ad absurdum geführt werden und immer eine händische Korrektur des Absenders nötig wäre. Dafür, dass solche Systeme Arbeit abnehmen sollen und eben nicht zusätzliche verursachen, war das für uns nicht tragbar.
Die Lösung bei Contact Form 7

https://workin-media.hnz.io/wp-content/uploads/2014/06/contact-form-711.png Zusätzliche Kopfzeilen

Bei  Contact Form 7 gibt es das von mir sträflich übersehene Zusatzfeld "Zusätzliche Kopfzeilen", was beispielsweise dazu gedacht ist, Antwortadressen hinzuzufügen. Dann bekommt ihr zwar immer noch eine Mail von eurem Account. Wenn ihr Antwortet, wird aber dem richtigen Absender geantwortet. Außerdem funktioniert die Weiterleitung zu beispielsweise Zendesk perfekt.

Gebt einfach (mit den Standardformular-Tags) folgenden Code in das Feld ein:

Reply-To: <>

Denkt an das Leerzeichen zwischen den beiden Tags. Und alle sind glücklich.


Journalistische Apposition

Journalistische Apposition

Wenn ich im weltweiten Netzwerk "Internet" lese, würde ich manchmal gerne auf mein Eingabegerät "Tastatur" einschlagen. Aber dafür war dann mein Macintosh-Notebook "MacBook Pro" doch zu teuer. Denn leider kann man ja nicht mehr darauf hoffen, im Internetauktionshaus "Ebay" ein günstiges Schnäppchen zu klicken – und auch im Kurznachrichtendienst "Twitter" kann man nicht unbedingt auf Hilfe hoffen.
Worauf ich hinaus will, merkt ihr selbst, oder?
Es ist eine Krux in Deutschland als Journalist übers Netz zu schreiben. Zwar ist jeder zehnte Deutsche inzwischen auf oder in Facebook, Twitter wird immer häufiger als Quelle in Print und TV benutzt, auf Youtube schaut jeder täglich inzwischen 50 Minuten lang Videos; aber trotzdem bleibt der Kanal oft nur die Videoplattform "Youtube". Facebook ist das "Netzwerk", das "Internetportal" die "Webseite". Als ob der Lesergroschen erst fallen würde, wenn es zum Netzservice eine passende Apposition gibt.
Ich fühle mich beim Lesen gelinde gesagt verarscht.
Journalismus muss erklären, klar. Die spannende Frage lautet aber immer, ab welchem Punkt man ansetzt. Was ist Allgemeinwissen? Was kann man bei den Lesern voraussetzen? Meine Mutti hat mir erklärt, dass es einmal Zeiten gegeben hat, in denen Facebook, Twitter und Youtube, Apple, Google und Microsoft einfach noch nicht existiert haben. Deshalb war früher vielleicht eine Apposition sinnvoll, weil sie einordnete und übersetzte. Aber heutzutage ist sie nur noch eines: überflüssig und den Textfluss störend.
"Aber wir können doch nicht davon ausgehen, dass jeder Facebook kennt", höre ich die Kritiker rufen. Und, ja. Da muss ich zustimmen. Aber die Apposition kommt nur so im Netzjournalismus vor. Das ist zumindest meine sehr subjektive Einschätzung.
Ein paar Beispiele:
Die "Frühkritik" auf faz.net ist ein sehr klickstarkes, weil einordnendes Format. So sagt es zumindest Frank Schirrmacher in einem Interview bei den Kollegen von Alternativlos. Beispiel: "Lafontaine und Sinn schreiten Seit’ an Seit’" – eine Analyse zum Jauch-Talk. Im Text wird weder erwähnt, wann die Jauch-Folge gelaufen ist, dass es sich überhaupt um eine Talk-Show handelt und auch der Sender wird mit keinem Wort erwähnt. Unjournalistisch würde das niemand nennen. Autor Frank Lübberding geht ganz einfach davon, dass bekannt ist, dass Jauch eine Talkshow hat. Knapp vier Millionen Menschen haben da eingeschaltet. In Bestzeiten waren esbei Jauch im Ersten 5,1 Millionen. Nur zum Vergleich:Im Juni hatte Facebook über 20 Millionen aktive Nutzer in Deutschland.
In der Spiegel-Kolumne zu "Bauer sucht Frau" wird auch nicht einordnend erklärt, dass es sich um eine Doku-Soap von RTL handelt.
Im Nachdreh "Cameron – ungeliebt, aber unverzichtbar" von Reiner Luyken auf zeit.de  ist die ganze Zeit die Rede von einem "EU-Veto". Was das genau ist, wird nicht erklärt.
Das ist nicht unjournalistisch, das ist angenommenes Allgemeinwissen. Denn: Man redet momentan über nix anderes als die Cameron-Entscheidung.
Warum verfällt aber der Netzjournalismus immer in diese appositionelle Erklärbärhaltung, in den unterfordernden Bemutterungsmodus? Warum wird im letzten Absatz immer noch einmal geschrieben, dass Facebook mit über 800 Millionen Mitgliedern als das größte soziale Netzwerk der Welt gilt und oft wegen Datenschutzfragen in die Kritik geraten ist?
Man glaubt anscheinend immer noch, das die Thematik zu abstrakt für die Leser ist. Aber wir haben nicht mehr 1997. Es ist am Netzjournalismus ganz einfach vorbeigegangen, dass Dienste inzwischen auf Usability, Einfachheit und Nutzerbindung ausgelegt sind.
Und da würde es doch ganz gut passen, endlich auch die Sprache, die Vergleiche und das angenommene Hintergrundwissen in die Jetztzeit zu bringen. Schließlich gibt es die Datenautobahn auch nicht mehr im Journalismus. Shit.