Beiträge über KI, LLMs, Prompting und den praktischen Einsatz künstlicher Intelligenz.
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#Thriller
Thriller, Spannung und düstere oder nervöse Erzählformen.
San Andreas
watch https://www.imdb.com/title/tt2126355/Jurassic World
Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, als ich Jurassic Park zum ersten Mal sah: Staunen, leichtes Schaudern, diese Musik von John Williams, das Zittern im Wasserglas. Ich war zu jung, um zu verstehen, wie das gemacht war, aber alt genug, um zu begreifen, dass da etwas Neues passierte. Spielberg hatte etwas geschaffen, das größer war als bloß ein Abenteuerfilm. Es war mein Einstieg in das Nachdenken über Filme überhaupt. Zumindest ist das Making-Of von Jurassic Park das erste, an das ich mich erinnere.
Und dann kam für mich lange nichts. Zumindest nichts, was blieb. The Lost World habe ich bestimmt gesehen und komplett vergessen. Jurassic Park III war dann nur noch Fußnote. Ich habe ihn definitiv nicht gesehen und nur am Rande mitbekommen, dass es ihn gibt, weil eine gewisse Linda Park da mitgespielt hat, bevor sie auf der Brücke der Enterprise versetzt wurde. Vielleicht hatte sich da schon eine Art Franchise-Fatigue eingeschlichen – keine Ahnung.
Umso besser vielleicht, dass ich Jurassic World 2015 mit praktisch null Erwartungen gesehen habe. Und das war tatsächlich eine Wohltat. Der Film ist... mit großem Selbstbewusstsein blöd. Ich sag' nur Militärdinos! Eine Achterbahnfahrt, gebaut auf den Überresten der eigenen Ironie. Colin Trevorrow inszeniert das alles mit einer gewissen Geschmeidigkeit, fast so, als wüsste er genau, dass das Publikum ohnehin mehr auf die Dinos schaut als auf die Menschen oder die Handlung.
Chris Pratt spielt einen charmanten Abenteurer aus dem Baukasten, Bryce Dallas Howard eine Managerin mit hochhackiger Läuterung. Vincent D’Onofrio hat mich als Bösewicht leider (noch) nicht überzeugt.
Ich habe Jurassic World mit einem Dauergrinsen gesehen. Nicht, weil er mich überzeugt hätte, sondern weil er sich selbst so offensichtlich nicht ernst nimmt. Die Kapitalismuskritik, die uns eingehämmert wird, konterkariert der Film in jeder zweiten Einstellung, fast schon ironisch, mit Starbucks, Mercedes und Samsung.
Ein Blockbuster, der über sich lacht, ohne es zuzugeben und mir, erstaunlicherweise, einen schönen Filmabend beschert hat.
Captain America: Brave New World
watch https://www.imdb.com/title/tt14513804/Ballerina habe ich geschaut, ohne mich vorher über den Film zu informieren. Und das hat geholfen: eine ehrlich gesagt doch recht simple Rachegeschichte, getragen von klarer Action, präzisen Kämpfen und einer starken Ana de Armas; kein Meilenstein, aber als Spin-off eines eigentlich auserzählten Franchises überraschend unterhaltsam.
Captain America: Brave New World
Ich habe mich mehr über die Gesichter gefreut als über das, was da eigentlich erzählt wurde. Harrison Ford etwa: großartig, wie er eigentlich nur von der Tochter geliebt werden will. Natürlich war er nicht Paul Rhodes aus Shrinking, aber manchmal blitzte genau dieses Lakonische durch.
Anthony Mackie trägt den Film als Captain America ohne Superserum, und genau das macht ihn sympathisch. Kein gottgleicher Superheld, sondern einer, der Verantwortung schultert, obwohl er weiß, dass er verwundbar ist. Auch die Nebenfiguren sind ordentlich geschrieben, man spürt, dass die Figurenarbeit nicht das Problem ist.
Das Problem liegt im Drumherum. Die Handlung ist erschreckend uninspiriert, ein Abhaken altbekannter Stationen. Selbst die obligatorischen Marvel-Gags klingen, als hätte jemand alte Skripte recycelt („Hast du die Rede vorbereitet?“). Man merkt dem Film an, dass er auf Nummer sicher geht, und das ist, ehrlich gesagt, ziemlich langweilig.
Und doch: Es stört mich kaum noch. Marvel hat diesen Punkt erreicht, an dem es mir gleichgültig ist, ob der Plot fesselt oder nicht. Vielleicht ist das das eigentlich Traurige: dass die Filme inzwischen so austauschbar geworden sind, dass mich selbst die Langeweile nicht mehr aufregt.