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Hier sammle ich laengere Texte, Artikel und klassische Blogbeitraege.

YouTube: Die Verbesserungen hinter den Kulissen

YouTube: Die Verbesserungen hinter den Kulissen

YouTube: Die Verbesserungen hinter den Kulissen

YouTube hat ein neues Kleid. Klar, es sieht jetzt ein bissl mehr nach dem neuen Corporate Design von Google aus. Und ja,auch Facebook wird jetzt zum Sharen verwendet. Aber das sind doch nicht die Nachrichten! Ich musste vor Freude meine Beine übereinanderschlagen, als ich mich heute mit dem neuen YouTube beschäftigt habe – und so viel sei jetzt schon vorweggenommen: Für Videomacher bietet es tolle Zusatzfunktionen (die bei anderen Anbietern schon längst vorhanden sind; aber das ist ein anderes Thema).
Beispielsweise Youtube-Analytics.
Dort gibt es jetzt die "Zielgruppenbindung", eine schöne Analyse über die Absprungrate für ein Video. Ich nutze die Screenshots übrigens aus meinem privaten, eigentlich stillgelegtem YouTube-Account mit meinen ersten Filmversuchen.

Die Zielgruppenbindung ist in zwei Segmente aufgeteilt: Die absolute Zielgruppenbindung zeigt die Absprungrate für das aktuelle Video an.

Bei der relativen Zielgruppenbindung sucht Youtube Videos mit ähnlicher Länge und errechnet, wie viele Zuschauer im Vergleich abgesprungen sind. Hier seht ihr beispielsweise, dass der kleine Floyboy zwar einen kleinen Peak zum Ende des Videos hinbekommen hat; dass der aber nicht ausgereicht hat, die Nutzer bis zum Ende zu binden.

Jetzt können Videomacher direkt bei YouTube die Rückkopplung bekommen, ob der geplante Peak auch ein reeller ist, und was der Zielgruppe überhaupt nicht gefällt.
Neu ist auch die Bewertungsübersicht.

Bei einem Video in der Liste und insgesamt 31 (meist versteckte) Videos, ist es nicht schwierig den Überblick zu wahren. Aber bei mehreren hundert wird es schon schwieriger zu sehen, welche Videos immer noch geschaut werden, obwohl sie älter sind. Und ich glaube, dass man die Longtails am übersichtlichsten über die Bewertungen präsentiert bekommen kann. Zumindest habe ich so beim Tageblatt alte Schätze entdeckt, die bar jeder Vernunft immer noch geklickt – und bewertet – werden.

Partnerkanäle
Alt (aber stylish)
Neu (aber retro)
Den Partnerkanälen überlässt es YouTube momentan noch selbst, dass alte Design zu behalten oder schon auf das neue zu wechseln. Im neuen Design ist es beispielsweise nicht mehr möglich, die Farben des Kanals anzupassen. Das schicke braun bleibt. Wahrscheinlich um der Myspacifizierung zu entgehen. Außerdem entfällt die Trennung zwischen Hintergrundbild und Kopfbanner. Man hat nur noch eine Grafik.

Nicht mehr die Höhe der Banner bestimmt, wann das eigentliche Youtube-Modul beginnt; sondern man selbst. Den Partnern bietet das so ein paar neue Möglichkeiten.
Über das neue Frontend möchte ich mich jetzt nicht auslassen. Das machen andere schon besser.

In eigener Sache

In eigener Sache

Was war das auch für ein Heulen und Zähneklappern! Wie ward die Welt plötzlich grau, trist und voller Grimm als Google seinen Reader zwangsbeschnitt! Ja klar, dass ist schon eine ganze Weile her, aber ich habe bis jetzt gebraucht, einen Ersatz für meine Linkorganisation zu finden. Ich muss mich deshalb ganz, ganz herzlich beim Felix bedanken, der seinen Workflow veröffentlicht hat. So in der Art werde ich das auch für mich adaptieren: Mit Pinboard im Zentrum. Details kann ich euch noch nicht verraten, weil ich sie selbst noch nicht habe; aber wenn ich mich einigermaßen eingelebt habe, werde ich euch daran – auch ungefragt – liebend gerne teilhaben lassen. Auch in 2011 ist das noch ein schwieriges Thema; die Informationsorganisation. Schönes Wort.
Das war aber natürlich nicht der einzige Grund, weshalb es hier ziemlich still geworden ist. Obwohl es einige Sachen gegeben hätte, über die ich wirklich hätte schreiben müssen. Aber die Geeks und das Pendeln haben schon einiges von meiner Zeit verbraucht.
Aber in der Bahn, liebe Leserinnen und Leser, kommt man ja auch mal zum Nachdenken; und manchmal gar zu neuen Ideen. Hier aufm floyboy wird sich ein bisschen was verändern in nächster Zeit.
Was ja schon weggefallen ist, sind meine… Arbeitsnachweise: Videos, Texte, Podcasts. Es macht mir einfach keinen Spaß, die hier nochmal aufzuführen. Klar, wenn ich zu irgendeinem Projekt Zusatzinfos habe, die es aus Platz- oder Zeitmangel nicht ins eigentliche Projekt geschafft haben, dann kommt das auch aufm floyboy. So viel Transparenz muss sein. Aber nur des Nachweises wegen – ich glaube, da fehlt nicht nur mir der Mehrwert. Deshalb wird sich auch in den nächsten Monaten etwas an der Seitenstruktur verändern. Vielleicht wechsele ich auch komplett das Layout, mal schauen.
Dafür werde ich jetzt vermehrt meine Recherchequellen kommentiert in übersichtlich-praktischen Linklisten veröffentlichen. Hauptthemen: Nerdzeug. Journalismus. Medienthemen. Und Social-Media.
Und ich hoffe, dass ich mir wieder mehr Zeit zum Schreiben nehmen kann. Gerade unsere Geeks bieten sich eigentlich immer an, den ein oder anderen Gesprächsfaden auch schriftlich noch einmal aufzugreifen und zu vertiefen. Aber da sich in nächster Zeit einiges in meiner Privatwelt ändern wird, will ich mich da jetzt nicht zu sehr aus dem Fenster hängen.
Was denkt ihr, wie kann man hier nochmal ein bisschen Schwung in die Bude bekommen?

Vielen Dank: Besser Online 2011

Vielen Dank: Besser Online 2011

Vielen Dank: Besser Online 2011

Langweilig war der DJV-Fachkongress "Besser Online" nicht unbedingt. Die Referenten waren tolle Entertainer. Allein es fehlten aktuelle Thematiken. Und das ist schlimm genug.

Weitere Infos:
Betriebsausflug zu Besser Online

Wikileaks und Daniel Domscheit-Berg? Eigentlich wurde dazu schon alles gesagt. Mehrfach. Mit allen Meinungen, die man dazu vertreten kann. Social Media? Sowas von 2008! Geld verdienen im Netz? Soll möglich sein. Es gibt da nämlich die üblichen Verdächtigen. Das war "Besser Online". Im Jahr 2011.
Christian Jakubetz hat an zwei Podien teilgenommen. Und er sagt über den Kongress: "Ich glaube, ich habe keinen einzigen Satz gesagt, den ich nicht auch in irgendeiner Weise letztes Jahr gesagt habe und im Jahr davor." Da hat er Recht. Neues konnte man bei der thematischen Auswahl der Organisatoren auch gar nicht bringen. Da ist es wie mit Domscheit-Berg: Alles wurde dutzendfach rauf und runterdekliniert. Das schaffte eine gewisse Wärme, gerade unter den Referenten; man war sich halt einig. Leider brachte das keinen Mehrgewinn.

Transparenz im Journalismus

Glanzpunkte gab es zwar. Man musste sie sich nur suchen. Zum Beispiel dieser: Wie ist das denn eigentlich als Journalist, wenn man sich als private Person in Blogs oder auf Twitter Öffentlichkeit schafft? Richard Gutjahr wollte wissen, ob er nicht darüber schreiben dürfte, dass er ein Apple-Fanboy sei. Wirkt er dadurch unprofessioneller? Unglaubhafter? Angreifbarer?
Diese Social-Media-Schizophrenie war vor ein paar Monaten ein wichtiges Thema im Medien-Netz. Und eine der Konsequenzen bestand eben darin, dass sich einige ein zweites Profil zugelegt haben, auch Gutjahr. "Mich gibt's jetzt zweimal!" Die rein beruflichen Profile indes haben nur einen mauen Erfolg.
"Der Mensch ist unteilbar" hat Marcus Schwarze dazu auf dem Podium gesagt. Berufliches, Persönliches? Das verschmelze durch Social Media zu etwas Neuem. Und da braucht's eine andere Sicherheit.
Wie soll man denn darauf reagieren, wenn der Arbeitgeber sagt: "Hier, mit diesem privaten Tweet... mhm... das ist irgendwie... kannst du den löschen?" Da hilft's leider nur wenig, wenn man – ganz nach Credo von Zeit-Online oder Rhein-Zeitung – kein Idiot gewesen ist, noch einmal über den Tweet gelesen hat und für sich entschieden hat: Jep, das kann ich so bringen. Muss man die Social-Media-Richtlinien der Arbeitgeber etwa auch mit nach Hause nehmen? Das hat sich bei Niels Rasmussen vom NDR fast so angehört. Über die Frage, ob man als Mitarbeiter bei den ÖRis beispielsweise Endorsements aussprechen dürfe, hat jüngst Holger Klein philosophiert. Mit dem Ergebnis: Nope. Die Verantwortung sei zu groß.
Ob das tatsächlich so ist, oder ob vielmehr die Leser darüber bescheid wissen, dass private Meinungen zwar auf berufliche Einfluss haben können, sie aber nicht bestimmen, darüber muss einmal gesprochen werden. Unterfüttert durch Studien. Raum gab es bei "Besser Online" dafür zu wenig.

Online-Journalismus ist mehr als Tablet-Liebe und Social Media

Es gibt sie ja, diese spannenden Formate, die erst durch das Netz richtig ausgespielt werden können. Multimediales-Storytelling, Multimedia-Reportagen, Leseraktionen und natürlich – allerdings nicht mehr ganz so hip – Podcasts und Videos. Bei "Besser Online" nicht.
Stattdessen wurde die Liebe zu Tablets und Apps zelebriert. Dabei ist das thematisch genauso wie mit Social-Media: Die schwärmende Anfangszeit ist vorbei. Es müssten unlängst tragfähige Konzepte stehen; das iPad gibt es jetzt – großzügig gerechnet – seit beinahe zwei Jahren. Zudem gibt es Konkurrenz-Produkte auf dem Tablet-Markt, die Apple das Wasser reichen. Leider ist ein Problem des Online-Journalismus, immer wieder zu probieren. Das Internet als Spielwiese zu nutzen. Das war es vielleicht vor zehn Jahren noch okay. Inzwischen sollte das Netz dieses Attribut aber verloren haben.
Jetzt, wo Amazon auf den Cloud-Reader setzt und Apple nicht mehr durch Apps an ihren Büchern mitverdienen lässt, jetzt scheint sie anzulaufen, die große App-Offensive der Verlage – und die Sessions bei Kongressen. Und dabei gibt es ja noch nicht einmal "die App". Man entwickelt für Windows, iOS und Android. Ich kann mich täuschen, aber die Alternative namens Webapps ist auf "Besser Online" nicht gefallen: Eine geräteunabhängige Möglichkeit Content schick auf mobilen Endgeräten anzeigen zu lassen. Schade.

Datenjournalismus

Dafür gab es eine recht gelungene Session über Datenjournalismus. Das gebashe zwischen Christina Elmer und Lorenz Matzat, was denn jetzt genau Datenjournalismus sei, war erfrischend. Ist Datenjournalismus nun die grafische Darstellung von Datensätzen (Matzat) oder das Durchwühlen derselbigen um Geschichten daraus zu ziehen (Elmer)? Wo sich beide einig waren: Es ist anstrengend. Zeitaufwendig. Und kostenintensiv. Und somit für viele freie Journalisten: gestorben. Wen das Thema interessiert, dem empfehle ich das Medienradio von Philip Banse. Mit Lorenz Matzat. Ist schon was älter, aber noch aktuell.
Klar verstehe ich die Organisatoren auch: Man wollte eine möglichst große Zielgruppe zufrieden stellen; viele Anfänger-Sessions bieten: Und das ist nötig. Aber bitte, bitte, für das nächste Mal: Eins, zwei Sessions, die über das Altbekannte hinausgehen.
Wer sich inhaltlich noch ein genaueres Bild machen will, dem empfehle ich ganz uneigennützig die entsprechende Wikigeeks-Folge mit der bezaubernden Claudia. Direkt aus dem ICE.

Internet-Kolumne (7): Der murmelnde Diskurs

Internet-Kolumne (7): Der murmelnde Diskurs

Eine Bekannte aus den Vereinigten Staaten hat mir von einem High-School-Projekt erzählt: In Geschichte sollten sie ein Video über die 70er Jahre erstellen. Und was liegt da näher, Songs von den Eagles, David Bowie oder The Clash zu nehmen, gespickt mit Filmschnipseln aus Der Pate oder Der Weiße Hai. Ein fantastisches Projekt! Sie wollte mir das Video in Deutschland zeigen. Ging aber nicht. "Leider ist dieses Video nicht verfügbar" meldete Youtube. Es enthielt Musik, an der die Gema die Verlagsrechte nicht eingeräumt hat. Blöd.
Das Urheberrecht war einmal ein Schutzrecht, das einem Schöpfer, einem Autoren, zugeordnet ist. Heutzutage ist es ein Relikt und muss reformiert werden.
Denn es geht an der Alltagswirklichkeit sehr vieler Netznutzer vorbei. Verstoße gegen das Urheberrecht passieren häufig: Da sieht man ein nettes Foto, lädt es bei Facebook hoch um es auch seinen Freunden zu zeigen, man erstellt Videos oder Webseiten für die Schule. Oder schreibt mit Zitaten ein Buch.
Helene Hegemann, Jungautorin des Bestsellers Axolotl Roadkill, hat sich bewiesenermaßen an Fremdtexten bedient. Und ihre Reaktion? Sie sei "für die Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess". Denn: "Originalität gibt's sowieso nicht, nur Echtheit." Thomas Mann bezeichnete entlehnte Zitate als "höheres Abschreiben". Und Cervantes arbeitete eine Raub-Fortsetzung seines Don Quijote selbst in seinen nächsten Roman ein. Allerdings nennt man das in den letzten Fällen Literatur - und nicht Urheberrechtsverletzung.
In der Memkultur des Netzes gibt es keine Autoren mehr. Dort zählt nicht mehr, wer etwas geschaffen hat, sondern hauptsächlich der "murmelnde Diskurs". Dem französischen Philosophen Michel Foucault hätte es gefallen.
Aber, wenn alles frei verfügbar ist, alles wiederverwendet, umgemodelt oder sonst wie weiterverarbeitet wird - wie sollen die Urheber dann entlohnt werden? Nun ja. Es ist eben eine Krux mit diesem Urheberrecht.
© Göttinger Tageblatt

Internet-Kolumne (6): Das gepflegte Päuschen

Internet-Kolumne (6): Das gepflegte Päuschen

Meine Nachbarin Sarah ist internetsüchtig. Große Worte aus dem Munde eines Netzbewohners, ich weiß. Aber sie ist es. Und Sarah ist nicht mehr glücklich darüber. „Ich komme zu nichts mehr“, hat sie mir einmal abends gebeichtet. „Es ist zum Haareraufen“. Das es ihr so geht, war mir schon vorher klar. Das liegt nicht an meiner guten Menschenkenntnis, sondern daran, dass sie das eine halbe Stunde zuvor auf Facebook gepostet hat. Sarah postet nämlich alles. Sie schreibt, dass sie bald einkaufen muss, und was sie im Laden erlebt: „Die Kassiererin war so unfreundlich! Hat überhaupt nicht gelächelt. Gefällt mir GAR NICHT.“ Schlichtweg: Jede noch so uninteressante Kleinigkeit. Aus dem wortreichen Gespräch ist mir folgender Satz hängengeblieben: Sie komme nicht mehr von Facebook los, weil sie Angst habe „etwas zu verpassen“.
Facebook, der Zeit-Killer? Aufschieberitis nannte man es früher, Prokrastination heute. Die Gründe am Prokrastinieren liegen in der unbändigen Informationsflut, an der auch Sarah schuld ist. Überfordert das? Macht es uns gar dümmer? Mitnichten! Ich möchte hier eine Lanze brechen. Und zwar für das gepflegte Päuschen!
Wenn sich mein alter Freund Konstantin an seine Studienzeit zurückerinnert, dann sagt er: „Die Lernpausen waren das beste!“ Da konnte er versuchen, ich zitiere jetzt mal indirekt, Frauen von sich zu überzeugen. Und ganz unterbewusst habe sich der Lerninhalt gefestigt, behauptet er.
Mir geht es da ähnlich. Sich ein paar Augenblicke in das Informations-Tohuwabohu zu stürzen, zu gucken, was es bei den Freunden neues gibt, ist doch toll! Während diese Kolumne entstanden ist, habe ich übrigens einer Kollegin auf Facebook geantwortet, mir zwei Artikel bei Twitter markiert und vier E-Mails bekommen. Ach, und Sarah ist wieder einkaufen, schreibt sie. Es gibt Sauerkraut-Lasagne.
© Göttinger Tageblatt